München – Die zweite Corona-Welle rollt über Bayern hinweg – und hat auch mehrere Einrichtungen mit Risiko-Patienten getroffen. So hat es im Pflegeheim Walterhof in Markt Schwaben (Kreis Ebersberg) einen massiven Corona-Ausbruch gegeben. Eine 79-Jährige und ein 88-Jähriger sind gestorben. Von 40 Bewohnern wurden am Mittwoch 30 positiv auf das Virus getestet. Vier weitere positive Befunde gab es am Samstag. Auch 13 der 20 getesteten Mitarbeiter haben sich infiziert. Die nicht infizierten Bewohner wurden von den Infizierten getrennt. Warum sich das Virus in dem Heim unbemerkt so stark ausbreiten konnte, wird noch geklärt.
Auch in Lenggries (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gibt es in einer Fachklinik für geriatrische Rehabilitation 13 Corona-Fälle: Neun Patienten und vier Mitarbeiter haben sich dort mit dem Virus infiziert. Die Klinik bietet Platz für 60 Patienten, die meisten sind hoch betagt. Bisher zeigen die Infizierten zum Glück keine Symptome, berichtet die Klinik. Die Betroffenen und ihre Kontaktpersonen wurden isoliert. Diese Woche sind weitere Reihentests geplant.
In Bayern hat sich zudem die Zahl der Covid-Patienten, die beatmet werden, innerhalb eines Monats mehr als vervierfacht. „Derzeit werden 224 Covid-Patienten auf einer Intensivstation beatmet“, sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Siegfried Hasenbein. „Am ersten Oktober waren es 51.“ Insgesamt seien 1300 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Patienten in einem bayerischen Krankenhaus, 245 von ihnen auf der Intensivstation. Hasenbein warnt: „Die Anstiege der letzten zwei, drei Wochen dürfen keinesfalls so weitergehen.“ Die Krankenhäuser seien aber „noch ein gutes Stück“ von einer Überlastung entfernt. va/ac/lby