Jetzt kommt der Sommer

von Redaktion

Bis zu 30 Grad an Pfingsten – Arzt gibt Tipps für Wetterempfindliche

Nicht nur in Possenhofen sind alle bereit für den Sommer. Dieses Paar genießt die Sonne am Seeufer. © Andrea Jaksch

München – Der Sommer ist da. Sogar eine Woche bevor der Kalender ihn offiziell einläutet. Am langen Pfingstwochenende versprechen die Meteorologen viel Sonnenschein und traumhafte Temperaturen bis zu 30 Grad. Also fast doppelt so viel wie noch vor einigen Tagen. So sehr sich die meisten Menschen in Bayern über T-Shirt- und Badewetter freuen, einigen machen so extreme Wetterwechsel körperlich zu schaffen. „Luftdruck-, Temperatur- und Lichtveränderungen haben relativ viel Einfluss auf unsere Organe“, erklärt der Münchner Facharzt Markus Frühwein. Und damit auch Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System.

Je wärmer es wird, desto mehr weiten sich die Gefäße, erklärt er. Dadurch sinkt der Blutdruck. Kälte hat den gegenteiligen Effekt. Grundsätzlich, sagt Frühwein, sei der menschliche Körper eine Anpassungsmaschine. Er kann mit großen Temperaturunterschieden umgehen. Selbst mit einem Sprung in den kalten See. „Aber es ist anstrengend für den Körper und kostet viel Energie.“ Das ist der Grund dafür, warum sich wetterempfindliche Menschen bei extremen Temperaturschwankungen müde und ausgelaugt fühlen.

Gerade für ältere Menschen oder chronisch Kranke sind Temperaturunterschiede nicht mehr so leicht zu händeln, sagt der Münchner Arzt. Bei vielen wirke sich das auch auf den Schlaf aus – das führt dann zusätzlich zu einem Erschöpftheitsgefühl.

Als Mediziner hat er ein paar Tipps, um es dem Körper bei Wetterwechseln leichter zu machen, sich anzupassen. „Ausreichend Schlaf hilft viel, genauso regelmäßige Bewegung und eine eher leichte Ernährung.“ Wenn der Körper mittags eine halbe Ente verdauen müsse, kostet ihn das zusätzlich Energie. Genau wie Alkohol. Wer seinen Organismus auf größere Temperaturunterschiede vorbereiten will, kann dafür Saunagänge und Wechselduschen nutzen, rät Frühwein. „Und eine gewisse Grundfitness ist förderlich.“ Alles sehr einfache Ratschläge – aber sie funktionieren, betont er. Und letztlich seien Wetterumschwünge auch eine Chance, wieder etwas bewusster auf Signale des Körpers zu hören.

Und das sonnige Pfingstwochenende ist eine Chance, um Serotonin zu tanken. Das Glückshormon sorgt für Gelassenheit und für einen regelmäßigen Schlaf und eine gute Verdauung. Sonnenlicht ist der bester Booster für die Serotoninproduktion des Körpers und regt zusätzlich die Vitamin-D-Produktion an. Allerdings warnen die Apotheker bereits: Sonnencreme nicht vergessen! Auch im Schatten und idealerweise schon 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien. „Bereits im Mai kann die UV-Strahlung sehr intensiv sein“, sagt Apothekerin Doris Unterreitmeier.

Das schöne Wetter hat für einige Menschen in Bayern noch eine Kehrseite: Die Pollen fliegen stärker. Besonders Gräserpollen machen Heuschnupfen-Erkrankten derzeit zu schaffen. Nach einer Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse KKH war 2024 etwa jeder 18. Versicherte wegen pollenbedingten Heuschnupfens in ärztlicher Behandlung – ein Anstieg um 5,2 Prozent in zehn Jahren. Die meisten Allergiker leben laut der Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Auf Platz drei liegt aber bereits Bayern. Betroffenen rät die Krankenkasse, Wohnungen gezielt zu lüften und nach Aufenthalten im Freien die Kleidung zu wechseln sowie Pollen von Haut und Haaren zu waschen.KATRIN WOITSCH

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