CORONA IN KÜRZE

WHO: Virus kam über Zwischenwirt-Tier Immunologen: Keine Impfdosen bunkern USA: 3,5 Millionen Impfungen am Tag Tierärzte wollen auch impfen England lockert ab Montag wieder

von Redaktion

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass das Coronavirus in seiner Ursprungsvariante „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“ von Fledermäusen auf ein Zwischenwirt-Tier und von diesem auf den Menschen übertrage worden ist. Das geht aus dem am Montag in Genf vorgelegten WHO-Bericht hervor. Die These, wonach das Virus aus einem Labor entwichen sei, wurde als „extrem unwahrscheinlich“ bezeichnet. Internationale Experten hatten im Januar in Wuhan nach dem Ursprung der Pandemie gesucht. Allerdings sind die Nachforschungen politisch heikel, weswegen es Bedenken gibt, dass die Experten Zugang zu allen relevanten Fakten bekommen haben.

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie fordert, Dosen für Zweitimpfungen nicht mehr zurückzulegen. Das sei angesichts steigender Infektionszahlen „nicht mehr tragbar und kostet Menschenleben“, so Generalsekretär Carsten Watzl. „Es würde jetzt viel helfen, alles zu verimpfen, was da ist und die Zweitimpfung dann zu machen, wenn die spätere Lieferung erfolgt.“ Laut Watzl wird nach wie vor in vielen Bundesländern und Impfzentren die zweite Impfdosis zurückgelegt. „Das heißt, wir verimpfen oft nur die Hälfte dessen, was möglich ist.“

Mit 3,5 Millionen Impfungen allein am Samstag haben die USA einen Impfrekord vermeldet. Laut Weißem Haus wurden damit an drei Tagen in Folge mehr als drei Millionen Impfdosen verabreicht. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden landesweit bislang mehr als 143 Millionen Impfdosen gespritzt. Gut 36 Prozent der Erwachsenen haben mindestens eine Impfdosis bekommen, 20 Prozent der Erwachsenen sind voll geimpft.

Die deutschen Tierärzte fordern die Bundesregierung auf, sie in die Impfkampagne einzubinden. Bisher werde das Hilfsangebot der Tierärzte von der Bundesregierung ignoriert, kritisierte der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder. Das sei angesichts der dritten Welle grob fahrlässig. Die rund 10 000 Tierarztpraxen in Deutschland könnten in einem Monat ohne Weiteres zwei Millionen Menschen impfen.

In England beginnt am Montag eine schrittweise Lockerung des Corona-Lockdowns. Die Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben, Gruppen von bis zu sechs Menschen dürfen sich wieder im Freien treffen. Ab dem 12. April sollen auch die Pubs ihre Terrassen wieder öffnen und nicht lebensnotwendige Geschäfte wie Friseure wieder Kunden empfangen dürfen. Wales hatte seine Maßnahmen bereits am Samstag gelockert und die Reisebeschränkungen aufgehoben.

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