Inzwischen eine Rarität: Zwei Novizinnen (in Weiß) beten im Kloster Helfta in Sachsen-Anhalt. © Endig/Picture Alliance
Bonn/München – In Deutschland gibt es noch 3161 Ordensmänner und 9467 Ordensfrauen. Die Zahlen (Stand 31. Dezember 2024) stammen von der Deutschen Ordenskonferenz (DOK), und sie geben Anlass zur Sorge. Denn die Zahlen gehen seit Jahren deutlich zurück. Zahlreiche Standorte mussten bereits aufgegeben werden. Die Orden, so scheint es, stehen vor einer schweren Prüfung.
Vor allem bei den Frauen zeigt die Altersstruktur in den Ordensgemeinschaften zunehmend Risse. 7699 Schwestern, das sind 82 Prozent, waren im vergangenen Jahr über 65 Jahre alt, nur 1768 waren jünger. Bei den Männern sieht es noch etwas besser aus: 49 Prozent (1547) waren Ende 2024 älter als 65 Jahre, der Rest jünger.
Für die Ordensfrauen hat die DOK die Entwicklung seit 2002 dokumentiert. Gab es damals noch 28 973 Ordensfrauen in tätigen und kontemplativen Gemeinschaften, waren es 2013 nur noch 18 303. Und heute sind es nur noch unter 10 000. Von den 883 klösterlichen Gemeinschaften wurden im vergangenen Jahr 45 Novizinnen gemeldet, davon 30 in tätigen Gemeinschaften und 15 in betrachtenden Orden.
Die Ordensmänner in Deutschland leben in 369 klösterlichen Niederlassungen von 65 verschiedenen Orden/Kongregationen. Die meisten von ihnen sind Benediktiner (486 Mitglieder in 29 Niederlassungen). Die zweitstärkste Gruppe sind die Franziskaner (424), dann folgen Jesuiten (195), Steyler Missionare (179), die Salesianer Don Boscos (173) und die Pallottiner (156). Bei den Ordensmännern gab es im vergangenen Jahr nur 19 Ordenseintritte.
Das Erzbistum München und Freising führt noch 1800 Ordensfrauen in 120 Niederlassungen auf, daneben gut 500 Ordensmänner (davon 380 geweihte Priester). Viele Ordenspriester sind in der Seelsorge tätig, die Schwestern vielfach in der Alten- und Krankenpflege, in Schulen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen. CM