Marquartstein – Fest in weiblicher Hand sind die „Stockerlplätze“ bei den Absolventen des Staatlichen Landschulheims (LSH) Marquartstein. Dreimal gab es die Traumnote 1,0 im Abiturzeugnis, dreimal gab es sie für junge Damen.
Allerbeste, nach winzigen Prozentpunkten Differenz gerechnet, ist Regina Stephan aus Rottau, gefolgt von Iman Hodzic aus Marquartstein (ursprünglich Serbokroatien) und der gebürtigen Chinesin Qiuyue Chen aus Chengdu, einer Internatsschülerin.
16-mal besser
als 1,5 im Schnitt
Aber auch weitere 13 Schüler schlossen mit einem Schnitt unter 1,5 ab. „Der mit Abstand beste Jahrgang seit Jahren“, stellte Schulleiter Christian Czempinski bei der kurzen Abschlussfeier mit Zeugnisübergabe im Festsaal fest. In vier Gruppen waren hier wegen der Corona-Auflagen und Sicherheitsmaßnahmen nacheinander lediglich Absolventen mit ihren Eltern eingeladen.
Mit einem sehr guten Notendurchschnitt von 1,1 schloss auch Anna Ritzer aus Schleching ab, gefolgt von Simon Hörterer aus Übersee und Anna Plininger aus Unterwössen, jeweils 1,2. Einen Schnitt von 1,3 haben Marc-Philipp Funk und Magdalena Kurfer aus Unterwössen sowie Leon Toplak aus Grassau. Mit 1,4 schlossen Leo Eckert aus Oberwössen, Benedikt und Timon Hafner aus Schleching sowie Martin Osterhammer aus Staudach ab. Einen sehr guten Schnitt von 1,5 haben Pia Decker aus Bernau, Anahita Götschl aus Übersee und Jonas Rubeck aus Schleching.
Insgesamt erhielten 76 Absolventen des Jahrgangs 2020 Zeugnisse aus den Händen des Schulleiters und der Oberstufenbetreuer Helmut Liebl, Peter Strasser und Gerhard Mayer.
Unter Mithilfe der stellvertretenden Schulleiterin Katharina Brachmann bekamen alle scheidenden Mädchen eine Rose zum Abschied, die jungen Männer eine „Corona-Zigarre“.
In seiner kurzen, launigen Ansprache interpretierte Oberstudiendirektor Czempinski das lateinische Wort „Corona“ – „alles, was sich krümmt und zu einem Kreis formt“, wie die nun beendete Schulzeit der scheidenden Schüler oder der familiäre Kreis der nun sehr erleichterten Eltern.
„Ihr habt gesiegt auf der ganzen Linie“, sagte der Schulleiter, der nach der Zeugnisübergabe eine feierliche „Lossprechung“ der Abiturienten, gespickt mit vielen lateinischen Vokabeln zelebrierte.
Da weitere Festreden vom Kultusministerium aus Sicherheitsgründen untersagt worden waren, gab es heuer vom Vorsitzenden des Bundes der Altmarquartsteiner (BAM), Dr. Dr. Klaus Ständer, nur einen Brief, in dem er die Absolventen im BAM willkommen hieß. Er forderte die scheidenden Schüler auf, sich im BAM und bei Organisatorin Sylvia Niedermeier als Mitglied registrieren zu lassen, damit sie alle Nachrichten von Klassen- und Ehemaligentreffen bekommen können. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Der BAM wird ausschließlich von Spenden der Ehemaligen getragen und unterstützt jedes Jahr mehrere Schulprojekte und bei Bedarf einzelne Schüler.
Auch diesmal belohnte der Bund der Altmarquartsteiner die Autoren der besten Facharbeiten mit kleinen Geldgeschenken. Es waren dies Leonie Bachmann vom Westerbuchberg in Übersee im Fach Ethik mit dem Thema „Problematik der aktiven Sterbehilfe“. Ausgezeichnet wurde auch Michaela Döllerer aus Unterwössen im Fach Sport, deren Thema lautete „Die olympische Hymne von 1896 – Spyridou Samaras und Kostas Palahas“.
Auszeichnung für Geschichte der Zahl Pi
In Mathematik wurden Iman Hodzic zum Thema „Die Geschichte der Zahl Pi“ geehrt sowie Anna Ritzer mit dem Thema „Kryptographie“. Auch Regina Stephans Facharbeit „Hunger und satt – dick und dünn – Physiologische Mechanismen der Regulierung der Nahrungsaufnahme“ im Fach Biologie wurde belohnt sowie Leon Toplaks Arbeit in Informatik „Entwicklung eines Musikgenerators mithilfe von maschinellem Lernen“.
Zum Abschluss der Feier gab es für alle Teilnehmer der vier Gruppen ein Gläschen Sekt, coronabedingt aber heuer keinen Abschlussball.