Inzell – Ein Urgestein des Inzeller Eisschnelllaufsports durfte vor Kurzem seinen 80. Geburtstag feiern. Gerd Zimmermann zählt zu den Männern der ersten Stunde des Kuvensports in der Eisschnelllaufmetropole und blieb fast ein Leben lang seinem geliebten Sport treu. Im September 2005 wurde ihm als Dank und Auszeichnung für seinen persönlichen Einsatz auf vielen Ebenen für seine Gemeinde der goldene Ehrenring der Gemeinde Inzell verliehen.
Seine sportliche Laufbahn begann Ende der 50er-Jahre am damaligen „Eisschnelllaufmekka“ Frillensee und wurde im Laufe der Zeit mit zahlreichen sportlichen Erfolgen gekrönt. Das Ende seiner sportlichen Laufbahn war im Jahre 1972 nach den Olympischen Winterspielen in Saporro.
Gerd Zimmermann war es vergönnt, als Hochleistungssportler an drei Olympischen Winterspielen teilzunehmen – 1964 in Innsbruck/Österreich, 1968 in Grenoble/Frankreich und 1972 als Abschluss der sportlichen Karriere in Saporro/Japan. Der Langstreckenspezialist und Starter im großen Vierkampf wurde jeweils zehnmal für Welt- beziehungsweise Europameisterschaften nominiert und konnte viele Erfolge feiern. Diese Spitzenpositionen in der deutschen Nationalmannschaft unterstreichen unter anderem seine zahlreichen deutschen Rekorde, die Zimmermann in seiner sportlichen Laufbahn aufstellte, und acht deutsche Meistertitel, die er im Zeitraum von 1964 bis 1972 erringen konnte.
Auch nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn hat Zimmermann sein Engagement für den Eisschnelllaufsport nahtlos in ehrenamtlichen Funktionen fortgeführt. Im Verein, im Landesverband, für die Deutsche Eisschnelllaufgemeinschaft (DESG), im internationalen Verband (ISU) und im Deutschen Sportbund beziehungsweise dem NOK hat er mit Leidenschaft und stets anerkanntem Sachverstand für die Sportler und für die Entwicklung der Sportart Eisschnelllauf insgesamt wertvolle Arbeit geleistet.
Bereits 1975 übernahm er als Abteilungsleiter Eisschnelllauf im DEC Frillensee eine ehrenamtliche Verantwortung. Seit 1981 leitete er als Stellvertreter und später als Vorsitzender die Geschicke des Vereins bis zum Frühjahr 2005. Seit 1981 war er in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien des Eislaufsports vertreten. Von 1981 bis 1986 wirkte er als Vorsitzender der Technischen Kommission in der DESG. 1984 bis 2005 war er 21 Jahre lang Vorsitzender beziehungsweise Präsident der Deutschen Eisschnelllaufgemeinschaft. Im gleichen Jahr 1984 wurde er Mitglied der Technischen Kommission bei der ISU, der er von 1988 bis 1994 vorstand. Von 1994 bis ins neue Jahrtausend arbeitete er als Vizepräsident der ISU und war in dieser Position verantwortlich für die Disziplin Eisschnelllauf.
Zu seinen Errungenschaften zählen unter anderem die Einführung der Einzelstrecken-WM und der Mannschaftsverfolgungslauf, der in Turin zum ersten Mal ins olympische Eisschnelllaufprogramm aufgenommen wurde. Während seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit hat Zimmermann die Gemeinde Inzell als nationaler und internationaler Botschafter stets hervorragend vertreten.
Von 1966 bis zum Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand im Oktober 2007 engagierte er sich über vier Jahrzehnte lang auch als Stadiondirektor für die Belange des Eisstadions in Inzell. wet