Zum Bericht „Kanonier Kane“ (Sportseiten):
Die Torjägerkanone gehört seit der Saison 1965/ 1966 zur Fußball-Bundesliga und würdigt den Spieler mit den meisten erzielten Toren. Im Jahr 1966 wurde die Trophäe erstmals an Lothar Emmerich von Borussia Dortmund für 31 Tore verliehen. Doch aus heutiger Sicht wirkt ausgerechnet eine Kanone als Symbol für sportlichen Erfolg zunehmend aus der Zeit gefallen.
Ein Kriegsgerät als Trophäe – in einer Sportart, die Fairness, Völkerverständigung und Gemeinschaft vermitteln möchte, sendet ein widersprüchliches Signal. Karl-Heinz Heimann der Erfinder der Torjägerkanone und damalige Chefredakteur des „kicker“ wird es verschmerzen, wenn seine Idee nach 60 Jahren zeitgemäß erneuert wird. Auch wäre es aufgrund des Datums schon ein geeigneter Zeitpunkt, etwas Neues zu kreieren. Denkbar wäre ein bundesweiter Kunst- und Designwettbewerb, um ein modernes Symbol für Präzision, Kreativität, Dynamik und sportliche Exzellenz für den erfolgreichsten Torschützen der Fußball-Bundesliga zu schaffen. Der Fußball lebt von Emotionen und Tradition – aber auch davon, sich weiterzuentwickeln.
Volker Neufang
Prien