Hätten Sie’s gewusst? Kaffee wirkt lebensverlängernd. Eine Analyse von US-Forschern ergab: Eine bis fünf Tassen am Tag erhöhen die Lebenserwartung. Inzwischen hat auch die Weltgesundheitsorganisation ihr Urteil von 1991 revidiert, dass Kaffee möglicherweise krebserregend sei. Jetzt deutet sich in Studien sogar an, dass Kaffee vor einigen Tumorarten schützen könnte. Einem unbeschwerten Kaffeegenuss steht also nichts im Wege. Fragt sich nur noch, wie man den Kaffee aufbrüht? Die Experten von Stiftung Warentest haben jetzt Kaffee-Vollautomaten unter die Lupe genommen (mehr dazu in „test“ 12/2019). Ihr Fazit: Für guten Kaffee muss man nicht viel Geld ausgeben.
Gut & günstig: Tchibo
Die günstigsten Geräte ohne Milchschäumer brühen guten Espresso, sind leicht zu reinigen und wie das Modell 3666580 von Tchibo (Note 2,0) schon ab 269 Euro zu haben. 310 Euro kostet die KV 8090 von Severin (Note 2,0). Sparsamen Cappuccino-Fans empfiehlt „test“-Redakteuerin Claudia Till deshalb einen separaten Milchaufschäumer. Wer’s gern bequem hat, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Für den Testsieger, das Modell ENA 8 von Jura, muss man rund 900 Euro auf den Tisch blättern. Dafür bekommt man aber auch etwas geboten: „Schäumt Milch sehr fein auf. Brüht Espresso besonders flott“, lautet ein Urteil der Tester. Aber ein paar Dinge gibt es auch auszusetzen: Zwar stehen acht Kaffeerezepte zur Auswahl, aber dafür sind keine zwei Espressi gleichzeitig möglich. Dafür kommen wieder Designliebhaber auf ihre Kosten, denn die Tester loben das Display und den „schicken Wassertank“.
Espressosieger Melitta
Wer trotzdem nicht so viel Geld ausgeben will, dem empfehlen die Tester, sich eines der noch erhältlichen Modelle aus Vorgängertests, wie zum Beispiel die Jura D6 (645 Euro), zu kaufen.
Ähnliches gilt auch für Melitta, dessen Modell Caffeo Barrista TS (Note 2,0, 865 Euro) für die Experten den besten Espresso brüht – „mit viel fester Crema und intensivem Geschmack“, wie es heißt.
Meister-Tester
Für den Test war in Sachen Cappuccino übrigens der deutsche Barista-Meister Eric Wolf im Einsatz. Sein Fazit für den Melitta-Automaten: „Schmeckt besser als er aussieht. Der Schaum hat oben viele große Blasen, das Getränk besticht aber durch angenehme Aromen.“
Preise schwanken stark
Die Preise für die Vollautomaten schwanken übrigens extrem, ändern sich teilweise täglich. Die Miele CM 5500 (Testnote 2,3) fanden die Teste mal für 650 Euro, mal für 940 Euro im Laden. Im Internet sind die Preisspannen sogar noch größer. Jetzt in der Vorweihnachtszeit, so die Erfahrung der letzten Jahre, bewege sich bei den Preisen aber wenig. Sparen lässt sich dennoch, wenn man zum Beispiel bereit ist, beim Design Abstriche hinzunehmen – und statt Edelstahlfront auch mit einer aus Plastik zufrieden ist.
Kalter Kaffee
Beim Testsieger, der Jura ENA 8, empfehlen die Warentester, beim Typenschild besonders genau hinzuschauen. Denn aus den 2018 hergestellten Geräten fließt die erste Tasse Espresso deutlich zu kühl, meinen die Tester. Bei der 2019 produzierten ENA 8 sei die Temperatur hingegen zumindest passabel.
Reinigung kostet Zeit
Wer sich für den Kauf eines Kaffeeautomaten entscheidet, der sollte wissen, dass er die Zeit haben sollte, sein Gerät täglich reinigen zu können. Dafür sind für das Modell von Tchibo rund fünf Minuten nötig, für die Jura das Doppelte. Neben der Routinereinigung empfehlen die Tester, ab und an auch die sogenannte Brühgruppe im Inneren der Maschine zu säubern, vorausgesetzt das geht. Jura und Krups lassen sich nicht öffnen. Das ist laut „test“ bei der Jura kein Problem. Pflegt man sie gemäß Anleitung, bleibt sie auch so sauber.
Schimmel im Gerät
Anders bei Krups, wo die Tester nach einigen Wochen Betrieb viel Kaffeemehl im Inneren fanden. Das kann im schlimmsten Fall auch schimmeln – mit dem Genuss ist es dann vorbei. Abgesehen von Krups (Testnote befriedigend, 2,7), lagen die Ergebnisse der anderen getesteten Vollautomaten eng beieinander – zwischen 1,9 und 2,3.