Klingende Glücksmomente

von Redaktion

Gelungenes Herbstkonzert der Stadtkapelle Wasserburg in der Badriahalle

Wasserburg – Mit ihrem Konzertabend zum Thema „Glück“ brachte die Stadtkapelle Leichtigkeit und Lebensfreude in die jahreszeitlich bedingte Novembertristesse. Flotte Konzertwerke, epische Filmmusik, farbenfrohe Klangbilder und stimmungsvolle Musette-Walzer begeisterten das Publikum.

Die Jugendkapelle unter neuer Leitung von Dirigent Michael Morgott eröffnete den Abend mit „Fanatic Winds“. Komponist Thomas Doss beschreibt in dieser Ouvertüre jenen positiven Fanatismus, den Musiker brauchen, um nach der Arbeit oder Schule zur Musikprobe zu kommen, um den Abend der Orchesterarbeit zu widmen. Belohnt wird dieses Engagement immer wieder durch Spielfreude und den Applaus des Publikums während der Konzerte.

Populäres Stück
von Bizet

Als Bühnenstück war „L’Arlésienne“ („Die Frau aus Arles“) von Alphonse Daudet im Jahr 1872 ein Misserfolg. Die dazu komponierte Bühnenmusik von Georges Bizet hingegen empfand das Pariser Publikum als außerordentlich gelungen. Noch vor seinem Welterfolg mit der Oper „Carmen“ wurde Bizet dadurch ungeheuer populär.

Der Tarzan-Soundtrack von Phil Collins zählt zu den bemerkenswertesten Filmmusiken der Disney-Ära in den 1990er-Jahre. Der Songwriter und ehemalige Genesis-Schlagzeuger verbindet darin kraftvolle Pop-Balladen mit rhythmischen Percussion-Elementen zu einer Komposition, in der die Wildheit des Dschungels ebenso zum Ausdruck kommt wie die Verletzlichkeit ihrer Protagonisten. Auszüge davon wurden von der Jugendkapelle mit Bravour gespielt.

Mathematische
Zusammenhänge

Jemandem Erfolg, Sicherheit und Wohlstand zu wünschen wird im Englischen oft mit dem Begriff „Godspeed“ zum Ausdruck gebracht. Die Stadtkapelle tat dies musikalisch mit dem gleichnamigen Stück von Steven Melillo aus dem Jahr 1998. Melillo wechselte von den Naturwissenschaften Physik und Mathematik zur Musik. In vielen seiner Komposition finden sich daher auch mathematische Zusammenhänge wieder wie die Fibonacci-Zahlenfolge in „Godspeed“.

Danach ging es musikalisch auf die Felseninsel Alcatraz vor San Francisco, wo sich das berüchtigtste Hochsicherheitsgefängnis der USA befand. Das Erwachsenenorchester der Stadtkapelle spielte Musik aus dem Soundtrack „The Rock – Fels der Entscheidung“, komponiert von Hans Zimmer aus dem gleichnamigen Hollywoodfilm mit Sean Connery, Nicolas Cage und Ed Harris. Letzter wollte als moralisch enttäuschter Brigade-General Francis X. Hummel San Franciscos Bevölkerung mit einem Giftgasanschlag auslöschen. Auch hier war jede Menge Glück erforderlich, um die Katastrophe abzuwenden.

Nach stimmungsvollen Kompositionen von Rosso Galante und Joe Hisaishi führte der musikalische Weg schließlich in die Stadt der Liebe und Lebensfreude schlechthin, nämlich nach Paris und von dort direkt auf den Montmartre, dem legendären Vergnügungsviertel im Pariser Norden. Dazu gab es auch die passende Musik, darunter der melodische Musette-Walzer „Sous le Ciel de Paris“ (Unter dem Himmel von Paris), arrangiert für Blasorchester von Toshio Mashina und mit einem brillant gespieltem Akkordeon-Solo von Orchestermusiker Florian Arndt.

Welche Überraschungen das Glück parat hält, zeigte sich auch noch zu guter Letzt. Die Stadtkapelle spielte das von Barbara Bschorr neu komponierte Schäfflerlied „Traum eines Schäfflers“. 2026 ist wieder ein Schäfflerjahr, wie es nur alle sieben Jahre stattfindet. Eine Abordnung der Wasserburger Schäffler stimmte reifenschwingend und tanzend darauf ein. Der Legende nach sollen die Fassbinder die ersten gewesen sein, die sich nach einer der großen Pestepidemien wieder auf die Straße trauten, um das öffentliche Leben in Gang zu bringen.

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