Andreas-Diehlmann-Band rockt Rimsting

von Redaktion

Voller Saal im Feuerwehrhaus mit dem Preisträger des German Blues Awards – Erster Auftritt in der Region

Rimsting – Dass der Macher des Blues-Club Chiemgau, Horst Schmidmayer, ein gutes Händchen und einen guten Riecher bei der Bandauswahl hat, ist seit Jahren bekannt. Im Rimstinger Feuerwehrhaus geben sich sowohl „Wiederholungstäter“ als auch Neulinge gerne die Klinke in die Hand – bei den Musikern ebenso wie bei Fans und Besuchern.

Mit der Andreas-Diehlmann-Band aus Kassel ist dem Blues-Club ein großer Wurf gelungen. Die zweifachen Preisträger des German Blues Awards waren noch nie im Südosten Deutschlands und so dürfte es auch für viele der Anwesenden ihre Live-Premiere mit Diehlmann gewesen sein. Da er mittlerweile zu den bekanntesten Bluesmusikern Deutschlands zählt, ist an diesem Abend auch ein enorm großer Andrang zu verzeichnen. Fast heißt es: „Rien na va plue – nichts geht mehr – mia san voi.“

Ohne großes Palaver eröffnet Andreas Diehlmann den Konzertabend mit „Oh Well“, dem letzten Song, den Fleetwood Mac mit Peter Green aufgenommen hat. Wild, rau, lebendig, erdig. Genau das also, wofür auch Diehlmann & Co. stehen. Selbst bei ruhigeren Nummern spürt man die Energie, die unbedingt raus will. Also ruhig weiter mit Blues- und Southern-Rock, Boogie und Texas-Rock im Stile von ZZ Top. Zu „Long Way to Go“ vom Album „Pretty Baby“ witzelt er, seine Ideen kämen auch vom Einfluss der Nostalgie-Serie „Dallas“, die in den 1980-ern ein Straßenfeger war.

Es geht auch wilder und härter. Abgehandelt werden die „ältesten und wichtigsten Themen, seit es Blues gibt“: Whisky und Frauen. Oder sagen wir mal lieber: Sehnsüchte und oft unerfüllte Liebe, die dann mit Whisky ertragbar gemacht wird. Vom wilden Beziehungskisten-Boogie geht es in den emotionalen Beziehungskisten-Slide und weitere Lebensthemen. Auf das Rhythmus-Fundament Jörg Sebald am Bass und Tom Bonn am Schlagzeug ist stets Verlass. Diehlmann kann sich mit seinen Gitarren-Soli ebenso darauf verausgaben wie auch die Fans und Besucher, die immer wieder mitsingen. Nicht immer ist dazu eine Aufforderung nötig. Manches versteht sich von selbst.

Mit launigen Ansagen unterhält der Bandleader das Publikum bestens, erklärt gelegentlich auch seine Songtexte und hat außerdem im Gitarrenständer noch ein Gimmick parat. Wobei – Andreas Diehlmann selbst bezeichnet die auf den ersten Blick etwas unscheinbare Zigarrenkisten-Gitarre als regelrechte „Wunderwaffe“. So enthält sie nicht nur einen versteckten Notfall-Whisky, sondern liefert auch reichlich schräge Töne. Nach etwa zwei Stunden Musikgenuss mit abwechslungsreichen Eigenkompositionen beschließt das Blues-Trio den Abend mit einer Hommage an Jimmy Hendrix und Prince im Zugabenteil. Bester Song des Abends aber bleibt „Gypsy Woman“ vom preisgekrönten Album „That Old Blues Again“ mit einer beeindruckenden Mischung aus Funk und Bluesrock.

Maria Ortner

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