Aschau – Barockes und Zeitgenössisches wechselten sich stimmig ab, Instrumentalwerke mit Gesang, Solistisches mit großer Besetzung, beim Kirchenkonzert in der Pfarrkirche Darstellung des Herrn zu Aschau.
Der kleine Kammerchor mit Johanna Reinalter und Emma Steigenberger (Sopran), Michaela Unterseher, Nora Zacher und Christine Klinger (Alt), Andreas und Rupert Schäffer (Tenor) und Klaus Winter (Bass) bewies Artikulationsfreude und die Instrumentalisten des Kammerorchesters zeigten Ausdrucksstärke.
Vor allem die Interpretation der barocken Werke ließ aufhorchen: Sei es das Concert D-Dur von Michel Corrette, bei dem die junge Magdalena Baumgart am Horn souverän den Solopart übernahm. Oder die Arie „Alto Giove“ aus „Polifemo“ von Nicola Porpora, bei der Götz van der Bey mit viel Verve sein Cello singen ließ. In den schnellen Sätzen bei Antonio Vivaldis Concerto G-Dur „alla rustica“ zeigte sich das Orchester in großartiger Form. Der Adagio-Satz hingegen geriet etwas zu träge. Auch die Sätze aus Edward Elgars „Nimrod“ und „The Spanish lady“ hätten trotz der kantablen Klarinetten – mit schönem Ansatz Andreas Schäffer und Sepp Schlemer – ruhig etwas mehr Schwung und Dynamik vertragen können.
Überzeugender war da schon das „Ballett“ aus der Oper „Rosamunde“ D797 von Franz Schubert. Die Instrumentalstücke wurden kurzweilig von Chorwerken aus verschiedensten Epochen unterbrochen. Das Gedicht „The Salley Gardens“ von William B. Yeats, von Benjamin Britten vertont, rezitierten die Sänger Nora Zacher und Andreas Zacher, allein begleitet von Christine Klinger am E-Piano. Formschön gelang auch das „Jubilate Deo“ von Jan J. I. Brentner, bei dem alle Mitwirkenden (an der kleinen Orgel Barbara Sommer) gefragt waren. Das „Far away“ von Takatsuga Muramatsu (Jahrgang 1978) hatte Robert Stufler, Kontrabassist und Gründer des Kammerorchesters, umarrangiert: Erst allein für E-Piano, dann für Sopran (mit klarer Stimme Emma Steigenberger), begleitet von allen Instrumentalisten. Beim „Irischen Segen“, arrangiert von Andreas Schäffer, wurden die klangheischenden Effekte noch größer: Nora Zacher mit warmer Alt-Stimme, Orgel und die Basso-Continuo-Gruppe übernahmen den Auftakt, dann traten nach und nach die anderen Sänger sowie alle übrigen Streicher hinzu. Horn, Klarinette und Blockflöte (Andreas Schaeffer) setzten weitere Akzente.
Dem prächtig gestalteten „Der Herr ist mit mir“ und dem „Alleluja“ aus der gleichnamigen Kantate Dietrich Buxtehudes schloss sich das „And the glory of God“ von Georg Friedrich Händel aus dem Oratorium „Messias“ an. Den Stücken, die hoffnungsvoll stimmen, nahmen sich Kammerchor und Kammerorchester mit spürbarer Begeisterung an. Für den lang anhaltenden Beifall bedankte sich das Ensemble mit einer gekürzten Wiederholung des Händelschen Chores. Elisabeth Kirchner