Umjubelter virtuoser Wohlklang

von Redaktion

Junge Solisten des Wasserburger Kammerorchesters spielen im Rathaussaal

Wasserburg – Dass es viele hochbegabte musikalische Talente gibt, bewies das Wasserburger Kammerorchester mit jungen Solistinnen und Solisten aus der Region im gut besuchten historischen Rathaussaal. Unter der Leitung von Miguel Ercolino spielte das Kammerorchester Werke aus unterschiedlichen Epochen vom Barock bis in die Neuzeit. Eine kurze Einführung in die einzelnen Werke gab die Geigerin Milena Silensky.

Vivaldi
zum Auftakt

Den Auftakt machte die 17-jährige Paula Martinez mit dem Allegro aus dem Violinkonzert in G-Dur op. 3 Nr. 3 von Vivaldi. In harmonischem Zusammenspiel mit dem Orchester beeindruckte die junge Geigerin mit konzentrierter Virtuosität. Viel Beifall erhielt auch Linus Bäumler, der das Vivace aus dem 11. Klavierkonzert in D-Dur von Haydn zum Erklingen brachte. Sein Anschlag war präzise, der Ton perlend und klar. Das eingängige Thema des gesanglich ausschwingenden Satzes animierte zum Mitsummen. Melodische Spätromantik prägte das Allegro piacevole der Serenade für Streicher in e-Moll von Edvard Elgar. Dirigent Miguel Ercolino entlockte dem Orchester geschmeidige Streicherklänge.

Spielerische Brillanz präsentierte der 17-jährige Simon Hofbauer mit dem Allegro moderato und dem Andante aus dem Konzert in A-Dur für Kontrabass und Streicher von Domenico Dragonetti. Im fortwährenden Dialog mit dem Orchester beherrschte der Solist mühelos das riesige Instrument, dessen dunkel sonorer Klang in der Kadenz des zweiten Satzes berührte.

Sehnsucht und Melancholie verströmte anschließend Johan Svendsens Romanze op. 26 für Violine und Streichorchester in einer Bearbeitung von Paul Wood. Der 18-jährige Leonard Kunst nahm das Publikum mit seinem feinsinnigen, gefühlvollen Spiel in klanglicher Balance zum Orchester gefangen.

In der Elegie von Tschaikowskys Serenade für Streicher in C-Dur op. 45 Nr. 7 schien das Orchester mitunter ein wenig zu schwimmen. Insgesamt schön anzuhören war die ruhige, romantisch-sehnsuchtsvolle Melodik des Satzes.

Der krönende Abschluss des Konzertes gelang dem 17-jährigen Posaunisten Jakob Keil. Den zweiten und dritten Satz aus dem Concertino für Posaune und Streicher op. 45 Nr. 7 von Lars Erik Larsson spielte der schon mit mehreren Preisen ausgezeichnete Solist mit Bravour. Zu wünschen wäre, dass alle jungen Solistinnen und Solisten ihr großes Talent möglichst erfolgreich weiter entwickeln und bald wieder zusammen mit dem Kammerorchester Wasserburg im Rathaussaal auftreten.

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