Reihen-Roulette bei den Starbulls

von Redaktion

Trainer Jari Pasanen stellt die Rosenheimer Sturmformationen um – Heimspiel gegen Tabellenführer Krefeld

Rosenheim – Starten die Starbulls Rosenheim gleich eine neue Siegesserie? Nach der Niederlage in Regensburg steht den Eishockeyspielern von der Mangfall aber das nächste schwere Wochenende in der DEL2 bevor. Am heutigen Freitag um 19.30 Uhr gastiert Tabellenführer Krefeld in Rosenheim, am Sonntag um 17 Uhr müssen die Starbulls in Crimmitschau ran.

Die Ausgangslage: Sechsmal in Folge waren die Rosenheimer vor dem Sonntagsspiel als Gewinner vom Eis gegangen, die Eisbären wurden dann zum Spielverderber. Starbulls-Trainer Jari Pasanen kündigte nach dem Spiel „Gesprächsbedarf“ an, eine Sache störte ihn besonders. „Wir wollten unbedingt von der Strafbank wegbleiben. Marschroute war, im ersten Drittel keine Strafzeiten zu nehmen – aber wir haben drei davon genommen. Deswegen war ich sauer“, erklärt Pasanen und sagt weiter: „Auf der Strafbank gewinnst du keine Spiele. Ich habe kein Problem, wenn wir zwei Minuten wegen eines harten Checks bekommen. Aber diese Schlägerfouls haben etwas mit Faulheit und Disziplin zu tun. Die Spiele sind so eng, da ist kein Platz für dumme Strafzeiten.“

Die Vorgeschichte: Krefeld und Crimmitschau – an beide Gegner dürften die Starbulls in dieser Spielzeit keine guten Erinnerungen haben. Den ersten Vergleich in Krefeld verlor Rosenheim 1:3, gegen die Eispiraten unterlag man zu Hause 1:2. Haben die Grün-Weißen also etwas gutzumachen? Laut Pasanen nicht! „Kann man so sehen, aber wir sehen das nicht so. Wir wollen uns verbessern und die Punkte holen. Was letztes Mal war, können wir nicht zurückholen. Es sind starke Mannschaften. Und wenn du selbst nicht gut spielst, dann ist die Gefahr da, dass du verlierst“, sagt der Deutsch-Finne.

Die Gegner: Mit Krefeld kommt der Tabellenführer an die Mangfall. In den letzten acht Spielen gab es für Krefeld nur eine Niederlage. „Die stehen nicht umsonst an der Spitze. Wir müssen unser bestmögliches Hockey anbieten“, weiß Pasanen. Allerdings hat auch der Spitzenreiter eine kleine Schwäche, auswärts holten die Pinguine nämlich erst zwölf Punkte – zu Hause sind es bei gleich vielen Spielen 21 Zähler.

Crimmitschau steht auf dem achten Tabellenplatz und spielt bisher eine solide Saison. Einen großen Anteil daran haben Corey Mackin (25 Punkte), Dylan Wruck (20) und Dominic Walsh (20). Diese drei Eispiraten stehen unter den fünf besten Scorern der Liga. Und auch im Tor haben die Sonntagsgastgeber mit Neuzugang Kevin Reich (92,13 Prozent Fangquote) einen sicheren Rückhalt.

Die Starbulls-DNA: Bei Krefeld ist nur ein ehemaliger Starbulls-Akteur aktiv: Zack Dybowski bildete in der vergangenen Saison ein geniales Duo mit Shane Hanna, seit dem Sommer streift er sich das schwarz-gelbe Trikot über. Sieben Punkte stehen in 16 Partien bisher zu Buche.

Bei Crimmitschau trifft man auf Torhüter Christian Schneider, der in Rosenheim im Nachwuchs wirkte, in dieser Saison allerdings erst zwei Einsätze hat. Verteidiger Denis Shevyrin kommt in 17 Spielen auf fünf Punkte.

Die Statistik: Viermal trat Krefeld seit dem Rosenheimer Aufstieg an der Mangfall an. Während im Aufstiegsjahr Rosenheim beide Heimspiele für sich entschied, drehten die Pinguine den Spieß in der letzten Saison um und feierten zwei Auswärtssiege. In Crimmitschau kommen die Starbulls bisher gar nicht zurecht. Vier Spiele bestritten die Mannen von Jari Pasanen in Sachsen seit dem Aufstieg, drei Punkte nahmen die Rosenheimer bisher kein einziges Mal mit nach Hause. Nur einen Sieg gab es, den allerdings nach Verlängerung.

Die Personalien: 16 Spiele haben die Starbulls absolviert und Jari Pasanen sieht noch Potenzial in seiner Mannschaft. Vor allem mit dem Scoring ist der Deutsch-Finne nicht zufrieden. Deshalb stellt Pasanen für das kommende Wochenende um. „Die Produktion der Stretch-Reihe war nicht das, was wir gerne gesehen hätten. Ville Järveläinen hat seine Tore geschossen, aber ich bin der Meinung, von C.J. Stretch und Lukas Laub ist noch mehr zu holen“, begründet der Cheftrainer seine Entscheidung, die nominell erste Sturmreihe auseinanderzureißen. „Sie wollten unbedingt zusammenspielen. Ich habe ihnen 16 Spiele gegeben, es hat aber nicht funktioniert.“ Stretch wird zwischen Fabian Dietz und Lewis Zerter-Gossage stürmen. Järveläinen rutscht neben Charlie Sarault und Scott Feser und Laub komplettiert das Trio um Luigi Calce und Jordan Taupert. „Lu und Taupert waren bisher unsere konstantesten Stürmer. Sicherlich war die Reihe auch so gut, aber ich habe mich dazu entschieden, dass ich die Reihe auseinandernehme und Luki reinstelle. Vielleicht tut es Laub gut“, erklärt Pasanen.

Der Finne Teemu Pulkkinen ist für das Wochenende noch keine Option. „Ein Muskelfaserriss braucht vier bis sechs Wochen. Jetzt sind es erst dreieinhalb Wochen. Wenn Play-offs wären, könnte er spielen, aber die Muskelfasern sind noch nicht ganz zusammengewachsen. Er ist ein relativ intensiver Spieler, er muss gesund sein, um sein Spiel durchzuziehen“, erklärt Pasanen. Und auch Verteidiger Dylan Plouffe bekommt heute, Freitag, eine Pause – allerdings nicht aus Leistungsgründen, wie sein Trainer verrät: „Wir spielen jetzt schon seit drei Wochen mit dem Gedanken, dass Dominik Kolb spielen muss. Eine Pause darf nicht zu lange werden. Dafür muss ein Verteidiger raus, jetzt ist es Plouffe. Nicht, weil er schlecht gespielt hat, aber irgendjemand muss raus. Mal gucken, wer dann am Sonntag spielt.“

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