„Es war mir eine Herzensangelegenheit“

von Redaktion

Kickbox-Weltmeister Mario Kornhass (36) hat seinen WKU-Gürtel im Rückkampf gegen den Rumänen Madalin Craciunica souverän verteidigt. Einen Heiratsantrag, einen EM-Kampf und einen Titelkampf um die deutsche Meisterschaft hatte die K.O.rnhass Fight Night im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum zu bieten.

Samuel Mai (rechts) von Kampfsport Kornhass sicherte sich den EM-Gürtel.Foto Marko Aleksic

Rosenheim – Drei Titelkämpfe und ein Heiratsantrag: Die K.O.rnhass Fight Night im ausverkauften Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum (KuKo) hat auch in diesem Jahr nicht an Gänsehautmomenten gespart. Insgesamt standen 16 Kämpfe auf dem Programm, darunter hauptsächlich Kickbox-Kämpfe, ein Muay-Thai-Fight, zwei Boxkämpfe und ein „Special Rules Fight“, bei dem Étienne Lehner, der mit einer Beinprothese in den Ring stieg, den Erstkämpfer Sascha Mayer besiegte. Nach seinem Triumph sorgte Lehner für ein echtes Highlight: Im Ring machte er seiner Freundin Nadine, die ihr Glück kaum fassen konnte, einen Heiratsantrag.

Im mit Spannung erwarteten Hauptkampf traf Mario Kornhass, wie schon bei der letztjährigen Fight Night, erneut auf Madalin Craciunica. Damals hatte der Rosenheimer seinen EM-Gürtel in der ersten Runde durch einen K.o. gegen den Rumänen verloren. Zum ersten Mal überhaupt wurde Kornhass in einem Profikampf ausgeknockt und das ausgerechnet vor heimischem Publikum. Ein Jahr später war es nun also an der Zeit, diese alte Rechnung zu begleichen. Eine, die tief saß: „Es war mir eine Herzensangelegenheit, mich da zu revanchieren“, sagte der Weltmeister im Nachgang.

Diesmal ging es über die volle Distanz von fünf Runden, und der WM-Kampf hielt, was er versprach: Kickboxen auf Weltniveau. Der erste Durchgang ging klar an den Lokalmatadoren. „Da waren sehr starke Wirkungstreffer, die ich gesetzt habe, zwei Highkicks zum Kopf und viele Lowkicks“, meinte Kornhass. In den Runden drei und vier änderte Craciunica seine Taktik. „Er ist eigentlich ein starker Kicker und braucht dafür Distanz“, analysiert Kornhass und fügt an: „Deshalb hat er mich schwer überrascht, dass er den Infight gesucht hat und so brutalen Gegendruck aufgebaut hat.“ Kornhass reagierte und stellte für die beiden letzten Runden auf bewegungsreiches Spiel um. „Das heißt, auf die Entfernung Kicks ansetzen“, erklärt der Rosenheimer. Die Punktrichter entschieden denkbar knapp mit 50:47, 49:47 und 49:47 für Kornhass, der damit seinen WKU-Weltmeistergürtel erfolgreich verteidigte. Jetzt heißt es für Kornhass: voller Fokus auf die Familie.

Im Kampf um die deutsche Meisterschaft der Frauen bis 65 Kilogramm behauptete Verena Strobl aus München ihren Titel, den sie im letzten Jahr auf der K.O.rnhass Fight Night gegen Angelika Mirke erstmals umschnallte. Gegen Jasmin Bhinder vom Fearless Gym verteidigte die Münchnerin über drei Runden einstimmig (50:47, 49:48, 49:48) in diesem Jahr ihren Meistertitel.

Ein weiterer WKU-Titel geht nach Rosenheim: Das Duell um die Europameisterschaft bis 83 Kilogramm zwischen Samuel Mai von Kampfsport Kornhass und Nikolaos Papanikolaou (PMA Kos) entschied sich aber erst in der Extrarunde. Denn die Auszählung der Punktrichter nach fünf Runden ergab ein Unentschieden. Mai, der sich im vergangenen Jahr die DM sicherte, holte so die EM nach Hause. „Ich nenne ihn gerne den Muhammad Ali des Kickboxens“, sagt Weltmeister Kornhass über den frisch gebackenen EM-Champion aus seiner Kampfsportschule. „Wenn er den Fokus beibehält, dann hat er das Zeug für ganz oben“, fügt Kornhass an.

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