Oskar Autio holt sich die Rekordmarke

von Redaktion

AUS DER STARBULLS-STATISTIK Der Torhüter überholt einen Landsmann – Hattrick-Kuriosum daheim

Rosenheim – Sieht man einmal von der Oberliga-Saison 1976/77 ab, die der ERC Freiburg – die Älteren werden sich erinnern – mit 32 Siegen in ebenso vielen Spielen und einem Torverhältnis von 304:61 beendete, gibt es für jedes Team in jeder Saison Höhen und Tiefen. Der jüngste Höhenflug der Starbulls Rosenheim in der DEL2 mit sechs Siegen in Folge ging ja ein Wochenende zuvor zu Ende, doch dass auf die Höhe nun eine Tiefe folgt, konnten Scott Feser & Co. nach der freitäglichen Heimniederlage am Sonntag mit ihrem 3:0 in Crimmitschau verhindern. Denn wäre das Spiel bei den Eispiraten ebenfalls verloren worden, wären bei den Rosenheimer Eishockeyspielern erstmals in dieser Spielzeit drei Schlappen am Stück in die Bücher eingegangen. So aber blieb Oskar Autio mit souveräner und disziplinierter Unterstützung seiner Vorderleute nach dem 5:0 in Weiden zum zweiten Mal unbezwungen. Sicher war es von Vorteil, dass die Gastgeber auf ein halbes Dutzend Stammspieler verzichten mussten, aber dass man auch mit einem kleinen Kader punkten oder sogar gewinnen kann, hatten sie zuvor in den Matches in Bad Nauheim und Düsseldorf bewiesen.

Mit seinem inzwischen neunten „Zu null“ hat Autio nun in der Starbulls-Zweitliga-Historie vor seinem Landsmann Pasi Häkkinen (acht) die alleinige Führung inne. Insgesamt war es bereits der 31. Rosenheimer Shutout in dieser Spielklasse und der dritte gegen Crimmitschau. Bei den anderen beiden standen übrigens Norm Maracle (2012) beziehungsweise Lukas Steinhauer (2017) im Kasten. Nur gegen Kaufbeuren (viermal) und den SC Riessersee (fünfmal) stand auf diesem Level häufiger die Null.

Doch zum Siegen gehört neben dem Toreverhindern auch das Toreerzielen, und hierbei machen in letzter Zeit überraschend die Verteidiger von sich reden. Drei der vier Treffer an diesem Wochenende gingen aufs Konto der Blueliner, und im Besonderen muss man dabei Joel Keussen erwähnen, der in den letzten acht Begegnungen fünfmal (!) ins Schwarze traf, nachdem er in den ersten zehn Spielen torlos geblieben war. Und man höre und staune: In diesen acht Spielen hat er mehr Treffer erzielt als die treffsichersten Stürmer Järveläinen (vier), Taupert und Feser (je drei). Max Vollmayer konnte mit seinem Ehrentor am Freitag endlich seinen ersten Saisontreffer feiern. Aber auch Stürmer Johannes Achatz (gegen Bietigheim erstes Tor) und Dominik Kolb (in Crimmitschau erstes Assist) gelangen ihre Saison-Premieren.

Vollmayers Tor gegen Krefeld beendete auch nach 112:34 torlosen Minuten eine lange Sturmflaute, die bisher längste in dieser Saison, welche es auch auf Rang sieben der längsten Zweitliga-Torflauten schafft. Das Starbulls-Urgestein beendete schon einmal eine noch längere solche Team-Durststrecke, als er am 10. März 2017 nach fast 119 torlosen Minuten traf. Nun aber läuft aktuell eine Serie ohne Gegentor, die auch schon über 69 Minuten andauert. In diesem Zusammenhang ein Kuriosum: Die beiden längsten Serien, in denen weder ein Tor für noch gegen die Starbulls fiel (beide aus der Spielzeit 2024/25 mit 82 beziehungsweise fast 81 Minuten) beendeten zwei aktuelle Starbulls, Scott Feser und Dylan Plouffe, aber für ihre damaligen Klubs Crimmitschau beziehungsweise Weißwasser. Die Niederlage gegen Krefeld am Freitag war hauptsächlich Routinier Marcel Müller (640 DEL- und 72 Länderspiele) zuzuschreiben, der mit seinen drei Treffern die Starbulls fast im Alleingang besiegte. Er ist erst der vierte Spieler seit dem Wiederaufstieg 2023, der gegen die Starbulls einen Hattrick feiern konnte. Vor ihm schafften dies Noah Dunham (Ravensburg), Corey Trivino (Regensburg) und zuletzt Travis Turnbull (Dresden). Natürlich endeten alle diese Spiele mit Rosenheimer Niederlagen, die – und das ist das Kuriose – alle im Rofa-Stadion stattfanden. Auswärts haben die Rosenheimer noch keinen einzigen gegnerischen Hattrick zugelassen.

Auf ganz neue Konstellationen mussten sich die Grün-Weißen diesmal einstellen, denn nie zuvor in dieser Saison hatten sie ein Spieldrittel mit minus zwei (wie in Regensburg) oder gar minus drei (gegen Krefeld) abgeschlossen. Und ebenso wenig waren sie zu irgendeinem Zeitpunkt eines Spiels mit drei Treffern Differenz in Rückstand geraten. Aber durch den Sieg in Crimmitschau und der gleichzeitigen Niederlage der Regensburger in Düsseldorf haben die Starbulls nun ihren vierten Tabellenplatz auch zurecht inne, da sie inzwischen auch mehr Punkte pro Spiel (1,78) erobert haben als die Eisbären (1,65).

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