Wer Altbayern verstehen will, muss Georg Queri (1879-1919) gelesen haben. Leider geht er immer noch zwischen Ludwig Thoma und Oskar Maria Graf unter. Heute jährt sich der Todestag des Schriftstellers und Journalisten aus Frieding nahe Andechs zum 100. Mal. Eine gute Gelegenheit, an den scharfen Beobachter zu erinnern, der niemanden und nichts schönte, schon gar nicht seine Landsleut’. Als Reporter unzähliger Blätter vom „Simplicissimus“ über die „Vossische Zeitung“ bis zum „Starnberger Land- und Seeboten“ kannte er sich so gut aus, dass so mancher Text regelrecht eine soziologische Studie ist.
Auf solch gewissermaßen wissenschaftliche Arbeitsweise beriefen sich denn auch gern seine Unterstützer, etwa Thoma oder Ganghofer, wenn wieder einmal die Obrigkeit über Queri herfiel. Es war halt für ihn zu verlockend, all die Heuchelei der Großkopferten und Geistlichen bloßzustellen. Der Oberbayer tat das in saftigen, gspinnerten und gnadenlos entlarvenden Erzählungen. Nichts für zimperliche Leser, die ein Zuckerwatte-süßes, pappiges Bayernbild mögen.
Für die anderen legt jetzt der Münchner Allitera Verlag die preiswerte Werkausgabe in der Edition Monacensia neu auf. Darunter die berühmtesten Bücher wie „Kraftbayrisch“ und „Bauernerotik und Bauernfehde in Oberbayern“. Herausgeber ist Michael Stephan, Chef des Stadtarchivs München. Ganz frisch erschienen ist der schräge Roman „Der schöne Soldatengesang vom dapfern Kolumbus“ als achter Band der Werkausgabe. 50 Jahre war das Buch nicht mehr im Handel. Jeder der Queri-Bände ist einzeln erhältlich für rund zehn bis 18 Euro.