Wenn Kinder flügge werden

von Redaktion

Hervorragend (((((

Einerseits ist da der Stolz. Die Kinder werden flügge! Andererseits ist da der Schmerz. Die Kinder werden flügge! Denn Erwachsenwerden, das heißt ja auch: Elternhaus verlassen, nicht mehr rund um die Uhr Mamas Sonnenschein und Nervensäge Nummer eins zugleich sein. Im Fall von Héloise (hinreißend pendelnd zwischen Nostalgie und Aufbruchsstimmung: Sandrine Kiberlain) gedenkt die jüngste Tochter, nicht nur aus der Pariser Familienwohnung zu ziehen – sondern noch dazu auf einen anderen Kontinent. Kanada! Da weint das Mutterherz. Und lacht doch auch vor Freude über so viel Mut ihrer Kleinsten. Geschickt blendet Regisseurin Lisa Azuelos Szenen aus der Vergangenheit der Familie ein. Wenn Héloise im Flur steht und ihrer erwachsenen Tochter hinterherschaut, wie die mit einem Mann in ihr Kinderzimmer geht – und sich das Bild dann wandelt und die Tochter als kleines Mädchen exakt denselben Flur entlangläuft, dann beschreibt das alles, was Elternsein bedeutet: den Kindern ein Nest bieten, doch akzeptieren, wenn es Zeit für sie ist, auszufliegen. Wunderbar! kjk

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