Ikone des Schlagers

von Redaktion

NACHRUF Sängerin Margot Eskens im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim am Wörthersee verstorben

Mit Liedern wie „Cindy, oh Cindy“, das 1957 viele Wochen an der Spitze der deutschen Hitparade stand, wurde Margot Eskens zum Star. Nun trauert die Schlagerwelt um diese große Sängerin: Bereits am vergangenen Wochenende ist Eskens im Alter von 85 Jahren gestorben, das wurde erst jetzt bekannt. Nach Angaben ihrer Familie verbrachte sie ihre letzten Jahre in einem Pflegeheim am österreichischen Wörthersee. Nähere Details wurden bislang nicht genannt.

Margot Eskens wurde am 12. August 1936 in Düren am Nordrand der Eifel geboren. Eigentlich war sie gelernte Zahnarzthelferin. 1954 nahm sie an einem Nachwuchswettbewerb der Schallplattenfirma Polydor teil – und siegte mit dem Titel „Moulin Rouge“. Polydor bot ihr sofort einen Vertrag an, was zum damaligen Zeitpunkt eine sichere Karriere bedeutete. Bereits im Oktober 1955 wurde Eskens mit „Ich möchte heut ausgehn“ in der deutschen Schlagerparade erstmals notiert und rückte bis auf den dritten Platz vor. 1956 und 1957 konnte sie mit den beiden Nummer-1-Titeln „Tiritomba“, der sich über 800 000 Mal verkaufte, und „Cindy, oh Cindy“ ihre größten Erfolge feiern.

Häufig sang sie auch im Duett mit Silvio Francesco. Am besten verkaufte sich eine Platte der beiden mit dem Titel „Mondschein-Partie“ (1959). Aber auch mit René Carol, Willy Hagara, Udo Jürgens, Will Brandes und Peter Alexander nahm Eskens erfolgreich Titel auf. Schon bald hatte sie rund 40 Millionen Tonträger verkauft und trat in zahlreichen Fernsehshows und mehreren Filmen auf. In den Kinos lief unter anderem „Auf Wiedersehen“ (1961) mit Gert Fröbe, Joachim Fuchsberger, Günter Pfitzmann und Elke Sommer.

International bekannt wurde Eskens spätestens 1966. Damals vertrat sie Deutschland beim ESC-Vorgänger Grand Prix Eurovision de la Chanson und erreichte mit dem Song „Die Zeiger der Uhr“ unter 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern den zehnten Platz. Schon 1963 fungierte sie bei diesem Wettbewerb mit dem Titel „Marcel“ als Cover für Heidi Brühl, da diese damals gesundheitliche Probleme hatte. Zum Einspringen von Eskens kam es aber nicht.

Schon bald zählte Eskens nicht mehr zur vordersten Reihe der Schlagerstars. Die Wechsel zu den Plattenfirmen CBS und Columbia schlugen sich nicht mehr in Erfolgen nieder, und sie zog sich aus dem Geschäft zurück. Nachdem sie 1974 beim Kollaps der Herstatt-Bank 100 000 Mark verloren hatte, versuchte sie ein Comeback. In diesem Zusammenhang entstanden die Singles „Das Leben ist schön“ (1975) und „Denk nicht an morgen“ (1977). In die Charts kam Eskens mit späteren Singles und Alben nicht mehr, dennoch absolvierte sie bis Anfang der 2010er-Jahre Auftritte auf Bühnen und im Fernsehen.

Margot Eskens war mit ihrem Manager Karl-Heinz Münchow (1922-2011) verheiratet, mit dem sie lange am Wörthersee lebte. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. 2013 wurde bei ihr Demenz diagnostiziert, weshalb sie seither in einem Pflegeheim lebte. Nach Medienberichten soll Eskens auf dem Melatenfriedhof in Köln beerdigt werden.  mm

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