Der „Tastenzerstörer“: Eddie Palmieri (1936-2025). © S. Wenig
Er galt als einer der kreativsten Musiker des Latin-Jazz und der Salsa. Jetzt ist der Pianist und Komponist Eddie Palmieri mit 88 Jahren gestorben. Der Künstler, als Sohn puerto-ricanischer Einwanderer 1936 in New York geboren, war bekannt für seine Experimentierfreudigkeit. So fusionierte er afrokaribische Klänge mit Jazz, Rock oder Funk. Als erster Latino gewann er 1975 einen Grammy – sieben weitere sollten folgen. Als Komponist und Bandleader gehörte er zu den Mitbegründern des Salsa-Booms der Siebziger- und Achtzigerjahre. Sein erstes Orchester, La Perfecta, gründete er 1961. Dass er damals die sonst üblichen Trompeten gegen Posaunen austauschte, galt Kritikern als Wagnis, wurde aber ein großer Erfolg.
Bekannt war Palmieri zudem für seine furiosen Konzerte, bei denen er zuweilen auch mit seinen Ellbogen auf das Klavier einhämmerte. Das brachte ihm die Spitznamen „Rompeteclas“ (etwa: Tastenzerstörer) und „The Madman of Salsa“ (Der Verrückte der Salsa) ein. Palmieri selbst erklärte seine Technik einst so: „Ich bin ein frustrierter Perkussionist, das lasse ich am Klavier aus.“ Seine Vorbilder waren Thelonious Monk und Herbie Hancock sowie sein älterer Bruder Charlie. Der ebenfalls begnadete Pianist starb im Jahr 1988.
Palmieri setzte sich auch für soziale Belange ein. In dem Song „Justicia“ etwa fordert er Gleichberechtigung für Schwarze und die in den USA lebenden Puerto Ricaner. JV