MEIN LIEBLINGSKUNSTWERK

Das Göttliche der Schönheit

von Redaktion

Im Halbdunkel leuchtet Sandro Botticellis „Madonna mit Kind“ (1480/1481) wie von innen, wir sehen einen Moment intimer Kontemplation. Keine grandiose Geste, kein himmlisches Spektakel: Maria, versunken in ein Stundenbuch, hält das Kind, das sich ihr mit wachem Blick zuwendet. Botticelli wagt hier etwas Neues: Er stellt den Jesusknaben mit der Lebendigkeit eines wirklichen Kindes dar. Aus kostbaren Lapislazuli-Pigmenten ist der blaue Mantel der Madonna gemalt. Der filigrane goldene Nimbus von Mutter und Kind besteht aus echtem Gold. Hier wird ein häuslicher Augenblick erzählt, der die ganze Spannung der Renaissance zeigt: der neue Glaube an die Würde des Menschen und die Schönheit als Ausdruck des Göttlichen. Die Magie dieser kleinen Tafel ist noch bis zum 11. Januar in der Ausstellung „Göttlich“ im Diözesanmuseum Freising zu bewundern. Und im selben Museum können Sie auch noch eine Ausstellung mit meiner Kunst besichtigen. Unter dem Titel „Imagine all the Pieces“ zeige ich großformatige Werke auf Holztafeln. Bis 11. Januar 2026. Der Domberg in Freising ist wirklich einen Ausflug wert! (Fotos: Fondazione Artistica Poldi Pezzoli/Dirk Daniel Mann/Diözesanmuseum Freising)JUDITH MILBERG, BILDENDE KÜNSTLERIN

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