UNSERE KURZKRITIKEN

Koreas sanfte Monster

von Redaktion

Besucher Südkoreas und seiner Hauptstadt Seoul sind fasziniert von der immensen Höhe der Gebäude – und fühlen sich in den Straßenschluchten gleichzeitig wie erschlagen von den Glas- und Beton-Massen: der Mensch als schutzloser Zwerg. Dieses Gefühl verstärkt der in englischer Sprache gehaltene Bildband „Brutalist Korea“ aus dem Prestel Verlag auch beim Durchblättern. Doch schaut man die teils seitengroßen Fotos genauer an, richtet sich der Fokus unweigerlich auf die Details – und schon bricht die kalte Uniformität auf. Denn diese Bau-Monster entpuppen sich als überraschend variable Raumwunder. Mit Fliesen verziert, werden sie zur Uni, mit sanften Rundungen zur Kirche. Und noch ein Bäumchen an die Wendeltreppe gepflanzt: Schon lädt die Bücherei zum Schmökern ein. Mit einfachsten Mitteln holen die Südkoreaner auf minimalem Raum möglichst schnell viel heraus. Die sensationellen Fotos in bester Auflösung sollen hier für sich sprechen, die Infotexte sind kurz und pragmatisch.AMA

Paul Tulett (Hg.):

„Brutalist Korea“. Prestel Verlag, 240 Seiten; 45 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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