Dieser Roman ist eine gruselig-unterhaltsame Gespenstergeschichte mit Tiefgang und Botschaften. Sie zeigt, dass es einen entscheidenden Grund gibt, warum es sich lohnt, am Leben zu sein und zu bleiben: die Liebe und die Zuneigung zu Menschen, die einem wichtig sind. Egal, ob es die erste große Liebe ist oder die zur Mutter. Bei Colin ist es beides. Als er die Treppe herunterfällt, tot ist und in der Geisterwelt wieder erwacht, muss er sich und sein neues Dasein erst einmal sortieren. Er hat nun drei Optionen, wie es für ihn weitergehen könnte: Entweder er geht ins Licht, dann verschwindet er einfach und existiert möglicherweise an einem anderen Ort weiter. Oder aber er bleibt bei den anderen Geistern in Thornhill Hall, kann das Anwesen nicht verlassen und wird im Laufe der Jahre immer mehr verblassen, bis er sich schließlich vollständig auflösen wird. Und dann gibt es da noch eine dritte Möglichkeit: Er versucht, im Herrenhaus das verborgene Zimmer zu finden, durchschreitet es, wird wieder lebendig und knüpft an sein altes Leben an. Wie wird Colin sich entscheiden? Er weiß es in dem Moment, in dem Theodore ihm gegenübersteht und er sich nichts sehnlicher wünscht, als ihn kennenzulernen und berühren zu können. So ist dies auch eine Geschichte über gleichgeschlechtliche Liebe. Schauplatz des Romans ist ein Herrenhaus in England. Es ist das Jahr 1897. Diese Epoche wird atmosphärisch dicht eingefangen. Die Menschen mit ihrem speziellen Status, ihren ganz eigenen Charakterzügen und ihr Umgang miteinander wird authentisch und stilistisch sicher beschrieben. Auch der Blick in die Geisterwelt scheint mitunter sehr real. Es gibt Romantik, überraschende Wendungen, dazu Krimi-Spannung, fantastische sowie märchenhafte Elemente und viel Gefühl.