Ursprünglich wollte Neil Gaiman mit „Coraline“ ein Kinderbuch für seine damals fünfjährige Tochter Holly schreiben, aber das Leben hatte andere Pläne mit dem Schriftsteller, und als er endlich anfing, die Geschichte aufzuschreiben, war Holly bereits ein Teenager. Es sollte insgesamt zehn Jahre dauern, bis die fantastische, schaurige Geschichte endlich fertig war, aber seitdem gilt sie als Klassiker der modernen Kinderliteratur und wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Arena Verlag ist jetzt eine neue, aufwendig gestaltete Ausgabe mit herrlich schaurigen Illustrationen von Aurélie Neyret erschienen, die in keinem Buchregal fehlen sollte. Coraline ist mit ihren Eltern umgezogen. Das Haus ist alt und ein wenig düster und ihre Nachbarn sind ziemlich sonderlich: Im Erdgeschoss leben Miss Spink und Miss Forcible, zwei ehemalige Schauspielerinnen, zusammen mit ihren diversen Hunden und unter dem Dach wohnt ein verrückter alter Herr, der Coraline von seinem Mäusezirkus erzählt. Leider ist es ansonsten ziemlich langweilig, weil Coralines Eltern ständig vor ihren Computern sitzen und keine Zeit für sie haben. So kommt es, dass Coraline heimlich die Türe öffnet, hinter der der zugemauerte Zugang zu einer leer stehenden Wohnung liegt. Nur diesmal ist die Mauer weg und Coraline gelangt durch einen dunklen Gang in eine Wohnung, die genauso aussieht wie ihre eigene. Doch dort lebt ihre andere Mutter, die statt Augen dunkle Knöpfe im Gesicht und lange, krallenartige Finger hat. Ihre andere Mutter möchte Coraline um jeden Preis bei sich behalten, aber das Mädchen kehrt zurück in ihre Welt. Dort muss sie feststellen, dass ihre Eltern verschwunden sind und hinter einem Spiegel von der anderen Mutter gefangen gehalten werden. Coraline muss auf die andere, dunkle Seite zurückkehren, um sie zu retten.