Nachwuchstalente überzeugen

von Redaktion

„Podium junger Meister“ in Zangberg

Zangberg – Viele Freunde klassischer Musik waren zum „Podium junger Solisten“ in den Ahnensaal des Zangberger Klosters gekommen. Doch eigentlich hätte es „Podium junger Meister“ heißen müssen, denn was die jungen Nachwuchsmusiker aus der Region aus ihren Stimmbändern respektive Instrumenten zauberten, war wahrhaft meisterlich.

Den Anfang machte der Flötist Tobias Stadler aus Stammham, am Flügel gekonnt von Ulrike Überacker begleitet, wie sie das bei vielen anderen jungen Solisten auch machte. Stadler überzeugte mit der Hamburger Sonate in G-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach. Er hatte daraus das Allegretto und das Presto gewählt.

Caroline Reißl aus Mühldorf spielte überzeugend das Präludium in B-Dur (BWV 866) aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach sowie „Voiles“ aus den Preludes von Claude Debussy und die Arabeske in C-Dur von Robert Schumann.

Marlene Tenge aus Marktl wurde bei ihrem wunderschönen Violinenspiel auf dem Flügel gekonnt von Simon Weinzierl aus Mühldorf begleitet. Das junge Duo hatte das Presto aus der Sonate in a-Moll (opus 23) von Ludwig van Beethoven gewählt.

Tenor Thomas Bichler, geboren in Fischbachau, brillierte mit Schubert-Liedern „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Wohin?“ und „Halt!“ Seine Stimme wirkt schon sehr reif, auch Mimik und Gestik waren sehr gelungen. Bariton Werner Kneißl aus Engelsberg hatte zwei Lieder des englischen Komponisten Roger Quilter gewählt: „Drink to me only with thine eyes“ und „Where be you going?“, die er souverän vortrug.

Vor der Pause erfreute Violinistin Marlene Tenge mit dem „Allegro moderato“ aus dem Violinkonzert Nr. 1 in g-Moll von Max Bruch. Regina Strasser aus Altötting begann auf ihrer Altzither mit einem klassischen Stück: Aus der Suite in D-Dur von Silvius Leopold Weiss spielte sie „Allemande“, „Bouree“ und „Sarabande“, bevor sie „Just a little romance“ des populären österreichischen Zithervirtuosen Harald Oberlechner überzeugend vortrug.

Mit drei Mozart-Arien setzten die Sänger Bichler und Kneißl das Konzert fort: Aus der „Zauberflöte“ kam der Papageno mit „Ein Mädchen oder Weibchen“ zu Gehör, Monostatos sang die Arie „Alles fühlt der Liebe Freuden“. Massetto aus „Don Giovanni“ stellte letztlich fest, er habe es verstanden. „Ho capito“.

In einem Duett der Flöten traten Tobias Stadler und Paula Reiter mit einer Verdi-Oper auf. Es machte großen Spaß, den beiden zuzuhören. Aus „Rigoletto“ spielten sie die Fantasie des österreichisch-ungarischen Komponisten und Flötisten Franz Doppler.

Nach Österreich entführte Tenor Thomas Bichler mit „Wien, du Stadt meiner Träume“ von Rudolf Sieczynski. Es folgte „Was kann der Sigismund dafür“ aus der Operette „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky. Den glanzvollen Höhepunkt setzten Thomas Bichler und Werner Kneißl mit „Tenor and Baritone“ von H. Lane Wilson, einem Lied, in dem sich die beiden streiten, wer denn nun der bessere sei – der Tenor oder der Bariton. Ergebnis: beide – so zumindest nach Meinung des Verfassers dieser Zeilen. hans rath

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