Neumarkt-St. Veit/Caneva – Eine mächtige Tanne schmückt den Platz, nur schemenhaft deutet das Gebäude im Hintergrund an, dass die Aufnahme wohl nicht aus Deutschland stammt. Es ist das Rathaus der Neumarkt-St. Veiter Partnerstadt Caneva, die diese Postkarte zusätzlich ziert. Denn in diesem Jahr können die Weihnachts- und Neujahrsgrüße aus der italienischen Partnerkommune per Ansichtskarte verschickt werden. Hauptmotiv ist aber nicht irgendeine Tanne, sondern eine bayerische, die der Freundeskreis Caneva im vergangenen Jahr über die Alpen gebracht hat.
Nicht die einzige Wertschätzung, die die Neumarkter erfahren haben, als sie in der Vorwoche den 14. bayerischen Christbaum nach Caneva befördert haben. Der Verein „Pro Castello“ hat außerdem einen offiziellen Sonderstempel der Poste Italiane sowie dem Freundeskreis-Logo, auf dieser Karte ausgegeben. „Dies ist eine große Auszeichnung und Anerkennung für uns alle“, freute sich die Abordnung aus Neumarkt-St. Veit, die sich seit Jahren um den regen Austausch mit den Freunden aus dem Friaul bemüht.
In Caneva angekommen, fand zunächst der bei den italienischen Frauen sehr beliebte Plätzchen-Backkurs statt. Abends nach der Messe, am Vorabend zum ersten Advent, wurde der schön dekorierte Christbaum auf der Piazza seiner Bestimmung übergeben, umringt vom Pfarrer Don Fulvio mit seinen Ministranten, Bürgermeister Andrea Gava, den Christbaumspendern aus Obertaufkirchen, Vroni und Otti Thalmeier, Präsident Dr. Albrecht Lahme mit der deutschen Delegation und einer großen Anzahl der Bevölkerung. Der Verein Pro Castello und Alpini di Caneva schenkten Glühwein aus, verteilten heiße Maroni und Panetone; der Freundeskreis Caneva spendierte Zimtsterne und Stollen. Dazu spielte eine Band Weihnachtslieder, die vom Verein „Caneva Up“ organisiert wurde. Trotz der für Italien ungewohnten kalten Temperaturen feierte man noch lange auf der Piazza.
Tags drauf, während der heiligen Messe in San Tomaso, durfte Neumarkt-St. Veits Stadträtin Rosina Maria von Roennebeck die erste Kerze des mitgebrachten Adventskranzes entzünden.
Die Neumarkter nutzten noch die Gelegenheit zu Besuchen in Pordenone, Treviso und dem Weihnachtsmarkt in Sacile, bevor sie die Heimreise antraten und zu Hause ankamen – noch bevor die besondere italienische Ansichtskarte den Weg in den Neumarkter Briefkasten gefunden hatte.