Neumarkt-St. Veit – Zwei Optionen standen zur Debatte: Entweder eine Sanierung des Geschäftshauses, das nie über den Zustand des Rohbaus hinausgekommen ist. Oder eben der Abriss, um im Gegenzug eine Freifläche vor der altehrwürdigen „Alten Schmiede“ zu erhalten. Die Tendenz in Richtung Abriss war schon in der September-Sitzung eindeutig, nachdem Bürgermeister Erwin Baumgartner eine Skizze vorgelegt hatte, die eine attraktive Grünfläche vor der Schmiede zeigt.
Sanierung würde 750000 Euro kosten
Dennoch ließ die Verwaltung Kostenberechnungen anstellen, bevor der Stadtrat sein letztes Votum abgeben sollte. „Der massive Bau aus der jüngeren Vergangenheit blockt die Außenansicht des Tores und der ehemaligen Befestigungsanlage. Weiter verdeckt das Gebäude das Einzeldenkmal ,Alte Schmiede‘ und die anderen hochwertigen historischen Gebäude der Schmiedgasse“, lässt sich bereits aus der Sachverhaltsschilderung der Verwaltung zur Situation am Oberen Vormarkt alles andere als Sympathie gegenüber dem Bau herauslesen. Die Sanierungskosten inklusive Nebenkosten würden sich auf schätzungsweise 750000 Euro belaufen. Bei Mieteinnahmen von kalkulierten 32000 Euro pro Jahr würde sich die Sanierung in erst 27 Jahren amortisiert haben.
70000 Euro verblieben der Stadt beim Abriss
Parallel zu dieser Kostenberechnung hatte die Stadtverwaltung die Städtebauförderung kontaktiert und Möglichkeiten der Förderung des Abrisses sowie die vorübergehende Gestaltung der Freifläche erörtert. Diese hatte 60 Prozent Zuschuss für die Gesamtmaßnahme in Aussicht gestellt – unter der Voraussetzung der Beteiligung der Denkmalschutzbehörde.
Für den reinen Abbruch wurden schließlich 50000 Euro berechnet. Inklusive der gestalterischen Maßnahmen an der dann entstehenden Freifläche – dazu zählen auch Beleuchtung und Untersuchung des Areals auf Bodendenkmäler – würde die Maßnahme rund 173000 Euro kosten. Bei einer möglichen Förderung in Höhe von 103000 Euro würden lediglich 70000 Euro Kosten für die Stadt Neumarkt-St. Veit verbleiben.
Kämmerer Thomas Menzel ergänzte, dass die Zahlen für die Abbrucharbeiten und die daraus resultierenden Neugestaltungsmaßnahmen bewusst etwas höher angesetzt worden seien, um die entsprechenden Zuschussmittel abschöpfen zu können. „Alles, was an zusätzlichen Kosten kommen würde, wäre nicht mehr förderfähig.“ Einstimmig sprach sich der Stadtrat für den Abriss aus, der nun sobald wie möglich über die Bühne gehen soll.
Nicht die einzige große Maßnahme, die der Stadtrat in seiner letzten Sitzung des Jahres entschieden hat. Auch über die Vergabe der Baumeisterarbeiten für den Anbau einer Kinderkrippe an den Städtischen Kindergarten hatte das Gremium zu entscheiden.
Artinger baut
den Krippenanbau
Das wirtschaftlichste Angebot hatte nach einer beschränkten Ausschreibung die Firma Artinger aus Niederbergkirchen abgegeben mit 127714 Euro. Alle weiteren Angebote seien bis zu 20 Prozent höher gewesen, hieß es in der Sitzung. Einstimmig sprach sich der Rat für die Vergabe aus.
Bevor die Sitzung nach nicht einmal 30 Minuten und Entscheidungen in der Größenordnung von 300000 Euro zu Ende ging, hakte CSU-Stadtrat Egbert Windhager noch nach. Ob denn bei der beschränkten Ausschreibung der Baumeisterarbeiten für den Anbau der Kinderkrippe auch Firmen aus Neumarkt-St. Veit berücksichtigt worden seien, wollte er wissen. Dies ließ Bürgermeister Erwin Baumgartner unbeantwortet und verwies in diesem Punkt auf die Nichtöffentlichkeit.