Haag – 6655 Einwohner zählte Haag zum Jahresbeginn 2025. Die älteste Statistik aus der Chronik registrierte vor gut 230 Jahren 785 Haager. Festgehalten sind die Zahlen der Nachbargemeinden und die Berufe.
Die älteste Angabe über die Haager Einwohnerzahl weist auf das Jahr 1794 zurück und nennt 785 Haager. Wasserburg zählte damals nur 180 Bürger. Rosenheim, noch Markt zu der Zeit, hatte 1437 Einwohner, Dorfen 935. Für das Jahr 1834 nennt eine „Bevölkerungsliste“ die Zahl von 784 Haagern. Genau sind hier noch die Familien aufgelistet mit Berufsangaben wie Kistler Konstantin, Korbmacher Lackner oder Hutmacher Göbl.
Die Familien sind ferner unterteilt nach Männer und Jünglinge über 14 Jahren, nach Weiber und Jungfrauen und nach Kindern, männlich und weiblich, unter 14 Jahren. Die historischen Angaben weichen zum Teil deswegen von den heutigen ab, da die Ortsteile wie Lerchenberg, Allmannsau oder Stauden einmal dazugerechnet werden, ein andermal nicht. 1840 hieß es noch Haag ohne den späteren Zusatz Haag in Oberbayern, der für das Jahr 1927 zum ersten Mal auftaucht. Damals hatte man 870 Haager. Albaching zählte 423 Bürger, Allmannsau 521, Au 425, Gars 347, Isen 677, Kirchdorf 374, Maitenbeth 431, Oberornau 467, Pyramoos 207, Reichertsheim 360, Rosenberg 309, St. Wolfgang 634, Soyen 322, Wasserburg 2293 und Winden 332. Die 1000-Einwohner-Marke nahm der Markt Haag 1871, zehn Jahre später waren es 1033 Einwohner. 1895 zählte die Statistik noch 1062 Bürger, bis zur Jahrhundertwende waren es schon 1257. Der Eisenbahnbau brachte den Aufwind. Allmannsau war noch eigenständig mit 597 Einwohnern. Gars zählte 461, Isen 935, Kirchdorf 439, Lengmoos 680, Maitenbeth 959, Mittergars 516, Pfaffing 594.
Rechtmehring war auf 453 zurückgefallen, Reichertsheim auf 680 gewachsen. Wasserburg hatte 3745 Einwohner. In den 20er-Jahren weisen die Statistiker 1500 Haager auf, in den 30er 2000. 1950 hieß es: „Haag wächst ständig!“ Nach der neuen Berechnung mit seinen Ortsteilern lebten im Markt 3443 Einwohner auf 2000 Hektar. Gars hatte mit doppelter Hektarfläche und 4292 Bürgern aufgeholt, fiel 1959 aber auf 3585 zurück. Da hatte Haag schon 4775 Einwohner im Gesamtgebiet.
Einen Rückgang gab es 1982. Die 5000er-Grenze wurde 1990 überschritten. 1993 zählte man 5115 Haager, 1995 dann 5224. Bis zur Jahrtausendwende waren 6000 Haager zu verzeichnen.
Eine spezielle Einwohnerstatistik weist die Haager Chronik für 1938 aus. Dafür sind 21 Vereine aufgelistet, die Kraftwagenlinie und eine Gendarmeriestation, die Behörde mit Julius Rößler, das Sanitätswesen mit einer Hebamme und die Hörmannbank. Ungewöhnlich nennt das Einwohnerverzeichnis alle Hausbewohner ohne Anhang und Kinder.
Es beginnt mit Gärtner Fritz Adam, Hausnummer 88, und endet bei den Privatiers Zerrer und Zuchs. Längst Nostalgie sind heute Krämerei Baierwaltes, Viktualienhändler Breitreiner, Taglöhnerin Bürsch, Polizeidiener Dendl, Kinobesitzer Eder, Kolonialwaren Freilinger, Mühlenbesitzer Göller, Krämer Hausperger, Oberpostschaffner Irl, Brauereibesitzer Kern, Bäckermeister Lengleier, Mietautobesitzer Mayerhofer, Uhrmachermeister Neuberger, Pfarrmesner und Krämer Otter, Austrägler Palmberger, Schachtmeister Prieller, Bäcker Reicheneder, Flaschenbierhändler Schmidberger, Maurerpolier Thaler, Siebmacherei Ulrich, Oberamtsrichter Varga, Zahnarzt Weiland und Baumwart Zacherl.