Waldkraiburg – Viel verändert hat sich im Bürgermeisterbüro nicht. Die Möbel stehen noch an ihrem Platz wie zu Zeiten seines Amtsvorgängers, nur an den Wänden fehlen Bilder. „Dafür war einfach noch keine Zeit“, sagt Waldkraiburgs Bürgermeister Emil Kirchmeier nach der ersten Woche im Amt. Statt Einrichten standen Gespräche und Termine auf dem Programm – und die Erkenntnis, wie eng vieles in der Stadt miteinander verknüpft ist.
„Die Vorhaben
sind anspruchsvoll“
Jeden Tag Besprechungen, Klausur mit den Abteilungsleitern und viele Zahlen und Fakten: Nach und nach gewinnt Emil Kirchmeier ein immer detaillierteres Gesamtbild davon, welche Themen anstehen. Je tiefer er sich in die Themen einarbeite, desto deutlicher werde ihm, wie komplex viele Zusammenhänge seien.
„Die Vorhaben sind anspruchsvoll.“ Dabei spiele auch der Faktor Zeit eine große Rolle. Die Probleme seien bekannt, gleichzeitig komme immer wieder Neues hinzu. „Es gibt nichts Schlimmeres, als gegen die Zeit zu arbeiten. Aber ich richte den Blick nach vorne. Mein Augenmerk gilt dem, was kommt“, sagt Kirchmeier. Gerade weil vieles zusammenhänge, gebe es selten einfache Lösungen.
Nach den ersten Tagen im Amt vermittelt er weniger Aufbruchstimmung als mehr den Eindruck, sich schnell in die komplexen Themen genauer einzuarbeiten. „Aktuell sichte ich eine Menge Zahlen und Fakten. Damit verschaffe ich mir ein Gesamtbild, um die Zusammenhänge zu verstehen.“ Er wolle nach vorn schauen und mit der Ist-Situation umgehen. Doch die Spielräume sind wegen der Haushaltslage begrenzt. Eine der drängendsten Fragen wird sein, wie die Stadt ihren Haushalt konsolidieren kann.
„Was muss und was kann sich die Stadt leisten?“, sagt Kirchmeier. Dafür müsse die Stadt abwägen: die Aufgaben erfüllen, aber gleichzeitig Spielraum für Zukunftsprojekte behalten. Entscheidungen werde es geben, kündigt der Bürgermeister an – es werde aber auch Einschnitte brauchen. Entscheidungen wolle er auf Grundlage von Zahlen und Fakten treffen, um gemeinsam einen Weg zu finden. Gleichzeitig würden immer wieder neue Entwicklungen Planungen verändern.
Umso wichtiger sei es nun, Stadtrat und Bürger mitzunehmen. Der neue Stadtrat müsse mitarbeiten und Entscheidungen nach draußen tragen. „Wir müssen die Bürger einbinden, und sie müssen sich der Situation bewusst werden, dass es herausfordernde Jahre werden.“ Kirchmeier ist es ein Anliegen, Entscheidungen gut zu erklären. Eine entsprechende Informationsseite auf der Homepage der Stadt ist für ihn denkbar, um so die Bürger bei den wichtigsten Projekten auf dem Laufenden zu halten.
Trotz der Herausforderungen zieht Kirchmeier nach der ersten Woche ein erstes positives Fazit. „Die Unterstützung der Verwaltung ist da“, lobt er. Im Rathaus sei er mit viel Freundlichkeit und Herzlichkeit aufgenommen worden. Er würde sich nur viel mehr Zeit im Haus wünschen, um die Verwaltung kennenzulernen.
Aber die momentane Situation mache viele externe Termine nötig. Erste Besuche bei Firmen und Institutionen sind gemacht, die nächsten stehen schon im Kalender. Damit bleibt vermutlich auch in den nächsten Wochen kaum Zeit, in Ruhe im neuen Amt anzukommen.