Die Wunderbar (Foto links) ist heuer neu auf dem Festgelände. Die silberglänzende Taube weist auf das Motto „Jetzt erst recht! Für Frieden, Demokratie und Umwelt“ hin.
Bunt, aufregend, programmreich: Auf dem Tollwood Winterfestival wird den Kindern nicht langweilig. © Anton Brandl, Marcus Schlaf (2)
Eine funkelnde Friedenstaube zwischen schimmernden Pfützen – mehr Symbolik fürs diesjährige Winter-Tollwood auf der Theresienwiese geht kaum. „Wir setzen den Frieden in diesem Jahr ins Zentrum“, sagt Pressesprecherin Stefanie Kneer im Regen. Und fügt hinzu: „Wäre das schön, wenn es beim Tollwood mal kein Tollwood-Wetter gäbe.“ Kneer führt einen Tag vor dem Beginn am heutigen Dienstag übers Gelände.
Noch wird überall gehämmert. „Wir sind immer zwei Sekunden vor dem Beginn der Eröffnung fertig“, lacht ein Künstler mit Motorsäge in der Hand. Er ist in der Nähe des „Raumes für Engagement“ zugange. Dort kann man sich zum Teil spielerisch mit Themen wie Demokratie auseinandersetzen. Denn das Motto des diesjährigen Winter-Tollwoods lautet: „Jetzt erst recht! Für Frieden, Demokratie und Umwelt“.
Diesmal gibt es drinnen wieder mehr Räume zum Sitzen. „Im Mercato-Zelt macht eine neue Bar auf, die Wunderbar. Die Leute wollen sich zwischendrin auch mal hinsetzen, wenn sie genug zwischen den Ständen rumgelaufen sind“, sagt Kneer. „Wenn der Wetterbericht stimmt, wird es ja nicht ganz so schön in den nächsten Tagen, dann ist so ein Platz sehr beliebt.“ Nicht weit entfernt befindet sich auch eine Leseecke mit gemütlichen Sofas und Büchern zum Schmökern. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Bücherschränken – man kann Bücher mitbringen oder welche ausleihen.
Nachhaltig geht es auch an vielen Ständen zu. Seit 2019 verkaufen Stephanie Drach und Sebastian Ohnmayer unter der Marke Colorswell Armbänder, Schlüsselanhänger und Kettchen, die sie aus alten Fischernetzen herstellen. „Wenn wir auf Reisen sind – meist an der europäischen Atlantikküste – sammeln wir dort unser Material auf. Manchmal nehmen wir noch anderen Müll mit, den wir dann entsorgen“, berichtet Drach.
Wie immer ist fast alles bio. „Der Glühwein kostet 4,50 Euro, die Tellergerichte zwischen zwölf und 13 Euro, und wir achten darauf, dass die Essensstände auch vegetarische und vegane Gerichte anbieten“, so Kneer. Und natürlich finden jede Menge Konzerte und Mitmachveranstaltungen statt. Der Eintritt aufs Festivalgelände und zu rund 90 Prozent der Veranstaltungen ist frei.GABRIELE WINTER