Mit dem Ferienpass dürfen Kinder bis 14 Jahre kostenlos in die Freibäder. Auch beim Tierpark gibt es Vergünstigungen, genauso in Museen oder Musikschulen. © dpa, Gregor
Freier Eintritt in ein Münchner Freibad, Ermäßigungen für Tier- und Wildparks, Tanz- und Musikschulen, Museen oder Kinderfachgeschäfte: Die Stadt bietet mehrere Vergünstigungen für Kinder und Familien. Nun sollen die Preise dafür zum Teil deutlich angehoben werden.
Seit 1971 gibt es Ferienpässe für Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre), auch für jene, die nicht in München wohnen. Er bietet Tipps für Unternehmungen in und um München zu kostenfreien oder stark ermäßigten Preisen. So ist beispielsweise in den Pfingst- und Sommerferien der Eintritt in die Freibäder kostenlos. Das Gutscheinheft gilt beginnend mit den Herbstferien bis zum letzten Tag der Sommerferien. Kinder (bis 14 Jahre) können zudem in den Sommerferien den MVV gratis nutzen.
2008 hat die Stadt zudem einen Familienpass eingeführt. Der kann ebenfalls von Menschen aus den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg erworben werden. Ziel beider Tickets ist es, Familien, Kinder und Jugendliche finanziell zu entlasten, ihnen aber auch weiterhin Teilhabe zu ermöglichen.
Das Angebot wird gut angenommen. Die Stadt stellt einen stetigen Anstieg der Verkaufszahlen fest. 2024/25 sind 29.459 Ferienpässe veräußert worden (23/24: 28.589). Die Zahlen beim Ferienpass sind sogar noch deutlicher gestiegen – von 25.137 auf 28.550 verkaufte Exemplare. Der Ferienpass für 6- bis 14-Jährige kostet 14 Euro, der Pass für 15- bis 17-Jährige zehn Euro. Der Familienpass schlägt mit sechs Euro zu Buche. Auf Wunsch des Sozialreferates sollen die Preise nun erhöht werden. Die Kosten für den Familienpass sollen von sechs auf zehn Euro steigen. Der Ferienpass für Kinder (6 bis 14 Jahre) wird künftig 16 Euro kosten. Der Preis für den Pass für Jugendliche wird von zehn auf zwölf Euro angehoben. Die Verwaltung erhofft sich dadurch jährlich Mehreinnahmen von rund 130.000 Euro.
Hintergrund: Die Stadt muss sparen. Daher sind alle Referate angehalten, nicht nur die Ausgaben zurückzufahren, sondern eben auch die Einnahmen zu verbessern. Lena Odell (SPD) sagte unserer Zeitung: „Nach vielen Jahren lässt sich nun eine Preiserhöhung nicht vermeiden.“ Tatsächlich sind die Kosten für den Ferienpass erst einmal überhaupt gestiegen: 2010/2011 um jeweils einen Euro. „Mit jetzt maximal 16 Euro für den Ferienpass für Kinder bleiben die Pässe ein richtig starkes Angebot“, sagt Odell weiter. Grünen-Vize Clara Nitsche: „Der Familienpass ist ein gutes Angebot, das wir trotz knapper Kassen unbedingt erhalten wollen. An einer Erhöhung kommen wir in diesen Zeiten leider nicht vorbei.“
Kritik gibt es von der Opposition. CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann: „Ein paar Euro mehr, das mag erst mal nicht skandalös klingen. Aber es sind Preiserhöhungen von bis zu 40 Prozent.“ Sie ärgere es, dass es schon wieder die Familien treffe.
Wie berichtet, plant die neue Rathaus-Regierung die teilweise Abschaffung der kostenfreien Kitas in München. „Soll denn der Haushalt in erster Linie auf Kosten der Familien saniert werden?“ Gebühren erhöhen sei nicht sparen. „Wir erwarten, dass die Stadtregierung konkrete Sparvorschläge auf den Tisch legt, bevor bei den Bürgern mehr kassiert wird.“SASCHA KAROWSKI