Kim wirft Trump Wortbruch vor

von Redaktion

Nordkoreas Machthaber fordert Ende der US-Sanktionen

Pjöngjang/Seoul – Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat mit einer Abkehr vom Annäherungskurs gedroht, falls die USA an ihren Sanktionen festhalten. In seiner Neujahrsansprache bekräftigte Kim am Dienstag zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie mit den USA. Doch warf er Washington vor, Zusagen nicht einzuhalten und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abzupressen.

„Falls die USA ihre vor der ganzen Welt gemachten Versprechen nicht erfüllen, unsere Geduld falsch einschätzen und an Sanktionen und Druckmitteln festhalten, um Dinge einseitig zu erzwingen, werden wir wahrscheinlich keine andere Wahl haben, als einen neuen Weg auszuloten“, sagte Kim im staatlichen Fernsehen. Zudem forderte er, dass die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea beenden und keine strategischen Waffen aus dem Ausland auf die koreanische Halbinsel gebracht werden dürften. Wie der „neue Weg“ aussehen könnte, ließ Kim offen.

Die Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington sind wieder festgefahren. Die US-Regierung will an den eigenen Strafmaßnahmen und den UN-Sanktionen festhalten, bis Nordkorea konkrete Abrüstungsschritte unternimmt. Bei seinem Gipfeltreffen mit Trump im Juni hatte Kim die „komplette Denuklearisierung“ in Aussicht gestellt. Die Spitzen beider Länder streben einen weiteren Gipfel Anfang 2019 an.

Trotz der neuen Misstöne betonte Kim, er habe den festen Willen, eine „neue Beziehung“ zu den USA aufzubauen und Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen. Südkoreas Präsidialamt begrüßte Kims Willen, die Beziehungen zu den USA und Südkorea entwickeln zu wollen. » KOMMENTAR

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