Es ist bezeichnend: Das erste Mal, dass man wieder ein wenig Notiz von der FDP nimmt, ist der Moment, in dem Christian Lindner in die Talkshows zurückkehrt. Jener Christian Lindner, der nach 2013 den Überlebenskampf der Liberalen in der Außerparlamentarischen Opposition gewann, weil er ihr wenigstens gelegentlich noch (mediale) Aufmerksamkeit verschaffte. Seinem Nachfolger Christian Dürr gelingt das bislang nicht. Die FDP wird auch nach einem halben Jahr Schwarz-Rot nicht vermisst.
Das erstaunt vor allem deshalb, weil aus Berlin eigentlich Vorlage um Vorlage kommt. Ein Bundeskanzler, der seine Reformagenda mit dem Koalitionspartner kaum umsetzen kann. Trotz aller Rufe nach Wirtschafts- und Sozialreformen, der Klagen über Bürokratie, einem recht sorglosen Umgang mit dem Steuergeld der Bürger. Es gäbe wahrlich genügend Themen, die nach einer liberalen Stimme rufen! Doch offensichtlich hat die FDP in der Ampel ihre Glaubwürdigkeit komplett verspielt.
Ist die FDP also tot? Noch nicht. Entscheidend könnte der 8. März werden. Landtagswahl in Baden-Württemberg. In der letzten Infratest-Umfrage lag die FDP in ihrem Stammland bei exakt fünf Prozent. Fliegt sie auch in Stuttgart aus dem Parlament, wird es dunkel.MIKE.SCHIER@OVB.NET