Der Olympia-Wind hat sich gedreht

von Redaktion

Berlin nörgelt, Bayern profitiert

Wer nicht will, der hat schon. Diese Weisheit des Alltags gilt auch, wenn‘s um die Vergabe Olympischer Spiele geht. Erfahrungsgemäß hat das IOC wenig Freude daran, sein sportliches Hochamt ausgerechnet dort zu zelebrieren, wo die Leute keine Lust drauf haben. Also zum Beispiel in Berlin.

Gestern hat der „Tagesspiegel“ eine Umfrage veröffentlicht, derzufolge zwei Drittel der Berliner gegen eine Sommerspiel-Bewerbung ihrer Stadt sind. Das ist zwar erst einmal nur eine Umfrage und kein bindendes Wahlergebnis. Aber es ist ein deutliches Signal – und zwar eines, das nicht nur in Deutschland wahrgenommen wird, sondern auch am Genfer See, wo das IOC seinen Hauptsitz hat. Unvergessen sind jetzt noch die schiefen Blicke der Verbands-Granden, als sie im Zuge der Münchner Winterspiel-Bewerbung für 2018 eine Besichtigungstour durchs Alpenvorland machten und dort mit dem Protest von Bauern und Naturschützern konfrontiert waren. München und Garmisch verloren in der Folge gegen Südkorea.

Jetzt hat sich der Wind gedreht, jetzt geht‘s um Sommerspiele, und jetzt sind die Münchner dafür. Beim Bürgerentscheid haben zwei Drittel der Bürger OlympiJA gesagt. Gerade im Vergleich mit der Berliner Nörgel-Umfrage zeigt sich, wie wertvoll dieses Votum für Bayern ist. Denn Olympia ist Wettkampf – und das gilt nicht nur für die Sportler.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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