Es war nur eine Randnotiz – sowohl bei der Kabinettsklausur zum Haushalt, als auch in der gestrigen Regierungserklärung von Markus Söder: Bayern richtet eine Kommission Staatsreform ein, die die Strukturen im Freistaat durchleuchtet. Söders klare Vorgabe: „Keine Denkverbote und Tabus!“
Die erste Reaktion liegt nahe: Na toll, endlich wieder eine Kommission als Beschäftigung für kluge Menschen, deren Ergebnisse dann nie umgesetzt werden. Gerade in der bayerischen Landespolitik hat die Kommissionitis Tradition. Doch wer heute noch mal in die Empfehlungen der Zukunftskommission von Herbert Henzler (McKinsey) vor fast 20 Jahren blickt, erkennt vieles, was rückblickend völlig richtig war: mehr Krippenplätze, mehr Tagespflege, Investitionen in Forschung, moderne Technologie und Infrastruktur. An einer Aufgabe scheiterte aber letztlich auch Bayern: dem Bürokratieabbau.
Den soll nun die neue Kommission angehen. Der Chef kommt diesmal von intern: Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, wo die bayerische Verwaltung zusammenläuft. Mit der Lichtung des Behördendschungels könnte Herrmann den nachhaltigen Spar-Durchbruch für Söder liefern. Und zugleich sein Meisterstück für die eigene Karriere. Ob er mutig genug ist?