Der enttäuschende Ausgang der Klimakonferenz in Brasilien spiegelt auch die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen wider: Die Zeit des gemeinsamen Handelns ist vorbei, in der Trump-Putin-Welt verdrängen nationale Egoismen die Einsicht, dass die großen Probleme der Menschheit im Staaten-Verbund gelöst werden sollten.
So bitter diese Erkenntnis auch ist: Es gibt auch tröstliche Botschaften an der Klima-Front. Zwar stemmte sich China in Belém erfolgreich gegen die von den Öko-Vorreitern gewünschte Verankerung des Fahrplans zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas. Aber auf nationaler Ebene hat das Riesen-Reich mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern sehr wohl viel erreicht. Chinas Kapazitäten bei Solar- und Windenergie übertreffen mit 2200 Gigawatt inzwischen jene von Strom aus Kohle. Zwar bleibt China der Staat, der weltweit am meisten Kohlenstoffdioxid ausstößt – und noch immer neue Kohlekraftwerke zubaut. Aber Greenpeace lobt, dass nun im zweiten Jahr in Folge weniger zugebaut wurde und 2025 der Höhepunkt der CO₂-Emissionen erreicht sein könnte.
Der Fortschritt ist eine Schnecke, und der Klimawandel interessiert sich nicht für wirtschaftliche Notwendigkeiten. Aber es wäre falsch, zu ignorieren, wie viel weltweit passiert, um gegenzusteuern. Die EU, China, US-Staaten wie Kalifornien: Auch wenn Klimakonferenzen scheitern, der Kampf zur Eindämmung des Klimawandels geht weiter.