In geheimer Abstimmung schützt die Mehrheit der EU-Abgeordneten eine der ihren – und spielt so denen in die Karten, die über „die da oben in Brüssel“ als abgehobene Klüngler und Geheimniskrämer raunen. Dabei müsste es der mächtigen Angelika Niebler selbst ein dringendes Anliegen sein, die Betrugsvorwürfe restlos abzuschütteln. Schon weil sie sich als Stellvertreterin im zuständigen Rechtsausschuss und CSU-Parteivize an den strengstmöglichen juristischen und moralischen Maßstäben messen lassen müsste. Stattdessen mauert die oberbayerische Europaabgeordnete. Welchen Eindruck sie hinterlässt, scheint ihr eh egal zu sein: Laut der Antikorruptionsorganisation Transparency International hat Niebler ihre Nebeneinkünfte seit der Europawahl gesteigert: auf nun 177.528 Euro, was mehr als ihrem eigentlichen Abgeordnetensalär entspräche und sie in Sachen Zusatzverdienst in die Top 5 aller 719 Europaabgeordneten einreiht. So jemand kann es nicht nötig haben, Mitarbeiter auf Steuerzahlerkosten fremdzubeschäftigen. Der Maulkorb für die EU-Staatsanwälte ist das falsche Mittel, um Zweifel daran auszuräumen.JOSEF.AMETSBICHLER@OVB.NET