Paris – Die Dauer der Abschiebehaft hat sich in Frankreich in den vergangenen fünf Jahren in etwa verdoppelt – während die Zahl der tatsächlichen Abschiebungen gesunken ist. „Die Abschiebezentren werden zunehmend zweckentfremdet und dienen der Inhaftierung, nicht der zügigen Abschiebung“, heißt es in einem Bericht mehrerer Hilfsorganisationen.
Im Schnitt blieben in 2025 Ausländer ohne Bleiberecht 33 Tage in Abschiebehaft, 2020 waren es 17 Tage gewesen. Von allen Abschiebekandidaten verlassen nur 36 Prozent das Land, im Vorjahr waren es noch 39 Prozent gewesen. „Je länger die Abschiebehaft dauert, desto weniger führt sie zu Abschiebungen“, heißt es in dem Bericht. Mehr als die Hälfte der Menschen in Abschiebehaft – mit Ausnahme der Überseegebiete – stammte 2025 aus dem Maghreb: 30 Prozent aus Algerien, elf Prozent aus Tunesien, zehn Prozent aus Marokko.