Bundeswehr plant Umbau von Beschaffungsamt

von Redaktion

Strukturen sollen aufgebrochen werden, um die Behörde effizienter und schneller zu machen – Neue Standorte

Soldaten fahren auf einem Leopard-II-Panzer. © dpa

Berlin – Die Bundeswehr hat einen groß angelegten Umbau ihres Beschaffungsamts für Rüstungsgüter auf den Weg gebracht. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) informierte den Verteidigungsausschuss des Bundestags über die geplante „Reorganisation“. Es müssten die Voraussetzungen für schnellere Entscheidungen und einen weiter steigenden Umfang bei der Beschaffung von Rüstungsgütern geschaffen werden, sagte Pistorius. Deswegen müssten die Abläufe bei der Behörde angepasst werden. Die Reform solle zudem eine bessere Preiskontrolle bei Rüstungsvorhaben ermöglichen. Die Umsetzung soll ab Juli schrittweise erfolgen.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) ist der zentrale „Einkäufer“ für Rüstungsgüter für die deutschen Streitkräfte. Hauptsitz ist Koblenz, die Behörde hat insgesamt 7900 Beschäftigte. Die Beschaffungsprozesse bei der Behörde waren immer wieder als langwierig und ineffizient kritisiert worden.

Statt traditioneller Abteilungen und Referate soll das BAAINBw nun eine flexible Struktur erhalten, die sich an den Truppenbereichen Land, Luft, See, Cyber- und Informationsraum sowie Weltraum ausrichtet. Ein neuer Ableger in Bremen soll die Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Raumfahrt und Marine erleichtern, die dort wichtige Standorte haben. Ein bestehender Standort in Dresden wird um den Bereich Cyber- und Informationstechnik erweitert. Die Vertretung in Brüssel soll laut Bundeswehr „einen frühen Zugang zu EU-Rüstungsinitiativen“ ermöglichen und „eine bessere Vernetzung mit Partnerstaaten“.

Ein Anfang dieses Jahres in Erding eröffnetes „Innovationszentrum“ wird den Angaben zufolge durch eine weitere solche Stelle in Kiel ergänzt. Ziel ist es dabei, mit Industrie, Startups, Wissenschaft und Bundeswehr Projekte schnell auf den Weg zu bringen.

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