Der Streit um den Alpentransit wird verbittert und kleinmütig geführt, mit Keulen statt Kompromissen. Tirols Blockabfertigung: reine Schikane. Brennersperrung für eine Demo in den Pfingstferien: sogar Irrsinn. Das jahrzehntelange deutsche Versagen beim Zulauf zum Brennerbasistunnel gehört nahtlos in diese Reihung. Nun also auch die Schweiz, die ihre Idee einer Strafgebühr für durchreisende Touristen vorantreibt, obendrauf auf die teure Vignette. Bemerkenswert, wie viel Kleingeistigkeit im geografischen Herzen Europas herrschen kann.
Jede dieser Maßnahmen, das deutsche Nicht-Handeln eingeschlossen, zielt nur darauf ab, bestehende Probleme (und ja, die Anwohner leiden massiv!) auf andere Alpenquerungen wegzuschieben. Weil das reihum praktiziert wird, rollt kein Auto, kein Brummi weniger – nur langsamer, teurer und noch umweltschädlicher. Langfristig kann nur ein massiver Umstieg auf die alpenquerende Schiene in Tunnels eine echte Entlastung sein. Kurzfristig bräuchte es einen Schlichter, der die betroffenen Staaten und die Regionen (von Bayern bis Lombardei) – die Interessen von Anwohnern, Touristen, Wirtschaft – an einen Tisch zwingt.