Die Rente mit 70 rückt näher

von Redaktion

„Bild“-Bericht: Expertenkommission will Eintrittsalter bis 2061 schrittweise anheben

Ende Juni legt die Rentenkommission Arbeitsministerin Bärbel Bas ihre Ergebnisse vor. © Jutrczenka/dpa

München – Von der Arbeit der Rentenkommission drang bislang wenig nach außen. Das Gremium tagt streng vertraulich. Insider im Bundesarbeitsministerium berichten, dass die 13 Mitglieder sogar die Hintertür nutzen, um auch ja keinem Fotografen vor die Linse zu laufen. Fast hätte das Stillschweigen bis zur Vorstellung der Ergebnisse Ende Juni gehalten. Doch nun will die „Bild“ vorab erfahren haben, was die Kommission empfehlen wird.

Demnach soll die Rente mit 70 tatsächlich kommen – allerdings erst ab den Jahren 2061/62. Betroffen wären davon alle, die nach 1990 geboren sind. Die schrittweise Anhebung des Eintrittsalters soll laut „Bild“ jedoch schon Anfang der 2040er-Jahre beginnen.

Neben einer längeren Lebensarbeitszeit wurde zuletzt auch immer wieder gefordert, Beamte sollten in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Darüber stritt die Kommission laut „Bild“ heftig. Am Ende sollen sich die Gegner der Idee durchgesetzt haben, die Beamten werden wohl nicht ins gesetzliche Rentensystem eingegliedert.

Auf dem Prüfstand stehen die Rente mit 63 sowie die Mütterrente. Die Kommission hält sie für zu teuer. Eine endgültige Empfehlung gibt es aber noch nicht, berichtet „Bild“. So bleibt die Zukunft dieser umstrittenen Elemente des derzeitigen Rentensystems offen.

Klar ist jedoch, dass das Gremium eine Absenkung des Rentenniveaus empfehlen wird. Nach 2031 soll das Verhältnis von Durchschnittsrente zu Durchschnittseinkommen von 48 Prozent auf 46 Prozent sinken. Die Kommission hofft, dass der Bundeszuschuss dadurch etwas niedriger ausfallen könnte. Zuletzt flossen knapp 128 Milliarden Euro aus Steuergeldern in die Rentenkasse.

Eine Absenkung des Rentenniveaus bedeutet nicht automatisch eine Rentenkürzung – das verstieße gegen das Gesetz. Insgesamt soll es sogar mehr Rente geben. Das System besteht aus betrieblicher, privater und gesetzlicher Vorsorge. Die Kommission strebt an, dass die Gesamtrente in zehn bis 15 Jahren höher ausfällt als heute.SBE

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