Nikosia – Um mehr öffentliches Geld in die Bewältigung der Energiekrise stecken zu können, fordert Italien eine Ausnahme in den strengen EU-Schuldenvorgaben. Am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Zyperns Hauptstadt Nikosia bekräftigte Finanzminister Giancarlo Giorgetti eine zuvor von Regierungschefin Giorgia Meloni geäußerte Forderung nach einer entsprechenden Sonderregel.
Wirtschaftliche Sicherheit sei nationale Sicherheit, so der Minister. Das, was im Nahen Osten geschehe, sei mit Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen und Konsequenzen vergleichbar mit dem, was durch den Angriff Russlands auf die Ukraine geschehen sei, sagte Giorgetti.
Meloni hatte in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für die Ausnahmeregel plädiert, die es für Verteidigungsausgaben seit dem vergangenen Jahr gibt. So können Länder für die Aufrüstung neue Kredite aufnehmen, ohne ein eigentlich drohendes Strafverfahren zu riskieren. Italien werde „weiterhin seinen Beitrag dazu leisten, die europäische Sicherheit und Verteidigung zu stärken“, betonte Meloni in dem Brief. Doch es gebe heute einen „weiteren ebenso konkreten und unmittelbaren Notstand: den der Energieversorgung“.DPA