Ostern und Pfingsten sind die wichtigsten Feste der christlichen Kirchen. Wie sie unterschiedlich und doch miteinander verbunden sind, ergibt sich bereits aus dem Kalender. Pfingstsonntag ist immer sieben Wochen, also 49 Tage, nach Ostersonntag. Pfingstmontag entsprechend 50 Tage nach Ostersonntag.
Nach unserem Kalender sind Ostern wie Pfingsten „bewegliche“ Feste. Das liegt daran, dass sie in der Tradition des jüdischen Oster-Festes (Passah) sich nicht nach unserem Sonnenkalender, sondern nach dem Mondkalender richten. So fällt Ostern immer auf den ersten Sonntag nach Frühlings-Vollmond und kann daher frühestens am 22. März, spätestens am 25. April liegen. Entsprechend fällt Pfingstsonntag frühestens auf den 10. Mai und spätestens auf den 13. Juni. Vom griechischen Wort für 50 „ pentaecostae“ (also der 50. Tag nach Ostern) leitet sich der deutsche Name Pfingsten ab.
Die Auferstehung des gekreuzigten Jesus, seine Verwandlung in den sich zeigenden und verkündigenden Christus am Ostersonntag war ein einmaliges Ereignis. An Pfingsten dagegen feiert die Kirche die Erinnerung an das Herabkommen des Heiligen Geistes auf die Jünger. Dieses „Erfülltwerden“ mit dem Heiligen Geist damals im Obergemach eines Hauses in Jerusalem war wohl ein erstmaliges, aber kein einmaliges Ereignis. Denn die Kraft des Geistes, dieses Glück hält Gott dauernd nicht nur für die Kirche und ihre Gläubigen, sondern für uns alle bereit.
Das Pfingstlied des evangelischen Theologen und Liederdichters Philipp Spitta bleibt aktuell auf Dauer:
„O komm, Du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein! Verbreite Licht und Klarheit! (…) O öffne Du die Herzen!“
Sich zu öffnen für Wahrheit und Klarsicht, das fällt uns nicht einfach vom Himmel in den Schoß. Es gehören Anstrengung und Mut dazu, die Vorurteile der Gegenwart zu überwinden. Täglich hören wir, wie schlimm alles sein soll von der Politik: „Deutschland geht den Bach hinab“ , „Europa ist unregierbar“, „die Welt steht vor dem Abgrund“, die „Klimakatastrophe“ zerstört den Lebensraum für uns alle.
Ja, vieles ist schlimm, sehr schlimm sogar, aber vieles ist auch gut – besonders in unserem eigenen Land bis in Kleinigkeiten: Ist unsere Bahn wirklich so unzuverlässig? Ist die ganze Infrastruktur marode, das Gesundheitssystem am Ende? Haben wir eine schlimme Regierung? Steht die AfD wirklich vor der Machtergreifung? Das ist der pessimistische Blick, den uns viele Medien andauernd vermitteln, allen voran der öffentliche Rundfunk. Pessimismus ist aber keine Lebenshaltung. Wer nur pessimistisch denkt, der sollte besser schweigen.
Es gilt positiv in die Zukunft zu blicken, gerade weil Mut dazugehört, schlimmen Wahrheiten ins Auge zu schauen. Verstand und Redlichkeit sind die beiden Schlüssel, mit denen wir eine bessere Zukunft aufschließen können. Das wäre ein wahrhaft pfingstlicher Geist.
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