Leader-Programm macht Umbau möglich

Blaahaus wird barrierefrei

von Redaktion

Das Heimatmuseum „Blaahaus“ erfährt in nächster Zeit eine weitere Aufwertung, denn im Rahmen eines neuen Leader-Programms wurde jetzt beim feierlichen Projektauftakt vom Zweiten Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal (LAG), Hubert Wildgruber, an Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber ein Förderbescheid in Höhe von 45000 Euro übergeben.

Kiefersfelden – Diese Fördermittel fließen in den barrierefreien Ausbau des Heimatmuseums, das neben einem dringend notwendigen Lift auch eine barrierefreie Toilettenanlage sowie ein barrierefreies „Lernmodul“ Wasserkraft, das Kindern die Energiegewinnung aus dem Wasser näher bringt, erhalten soll. Des Weiteren sind noch einige notwendige kleinere Baumaßnahmen im Hause vorgesehen, die durch diese Anschubfinanzierung möglich werden.

Zum Projektstart stellten die beiden Projektinitiatoren, Dr. Martin Angerer, engagierter Kunsthistoriker in der Gemeinde, und Gemeinderat Sebastian Bleier ihre Ideen anschaulich vor. „In enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern wird derzeit ein neues Konzept erarbeitet“, so Angerer. „Dabei berücksichtigen wir die Empfehlungen des Abschlussberichts aus dem Museumsnetzwerk, einem Leader-Projekt der vergangenen Förderperiode“, so der Fachmann. Das jetzt schon herausragende Museum soll anschaulicher und durch die Herausstellung der thematischen Schwerpunkte wie etwa die Industriegeschichte Kiefersfeldens übersichtlicher werden.

Barrierefreier

Umbau

geplant

Mit den Worten „schade fanden wir es immer, dass nicht alle Besucher unser Kleinod besichtigen können, weil die Schwellen und Treppen in dem alten Bauernhaus für Menschen mit Einschränkungen unüberwindbar sind“, wies Bleier auf den notwendigen Umbau hin. „Deshalb sind wir auf die Idee gekommen, wenn wir das Museum schon modern gestalten wollen, dann bauen wir es gleich barrierefrei um. Mit diesen Gedanken haben wir uns dann an die Leader-Gruppe gewandt, und nun bekommen wir auch dafür eine Förderung“, so Bleier und Bürgermeister Hajo Gruber.

Der Name des Heimatmuseums „Blaahaus“ leitet sich von „Pläh“ oder „Blaa“ ab, das sind alte Bezeichnungen für das Einblasen von Luft in die Holzkohle-Hochöfen, in denen Eisenerz geschmolzen wurde, um die Temperatur der Öfen zu erhöhen. Das neben dem Hochofen stehende Wohnhaus für Arbeiter, Blähmeister und Zimmermeister bezeichnete man damals als „Blaahaus“.

Das Kieferer Heimatmuseum Blaahaus wurde im Jahre 1696 direkt am Kieferbach errichtet und genau 300 Jahre später (1996) um mehrere 100 Meter auf das jetzige Ausstellungsgelände an der Innstraße umgesetzt und noch im gleichen Jahr zum Museum umgestaltet. Es zeigt auf drei Etagen die Vergangenheit von Kiefersfelden in Bezug auf Ortsgeschichte, Kultur, Industrialisierung und Grenzverkehr. Ausgestellt sind historische Fotos, Exponate, Schautafeln und teils außergewöhnliche Modelle.

Die einzigartige Sammlung zur Industriegeschichte der Region macht das Projekt zu etwas ganz Besonderem, mit allerlei Raritäten zur Orts-, Regional- und Kulturgeschichte. Wie beispielsweise die Entstehung der weit über die Region hinaus bekannten Theaterszene in Kiefersfelden. Denn am mitten durch den Ort fließenden Kieferbach, der als Energieträger und Transportweg überaus wichtig war, siedelten sich florierende Industriezweige mit Eisenverhüttung, Zementherstellung und Marmorbruch an. Die Industriearbeiter hatten damals im Vergleich zur landwirtschaftlichen Arbeiterschaft auch eine sogenannte „Freizeit“, die sie oftmals für Spiele und Theateraufführungen nutzten und so die Kulturgeschichte mit Theater und Ritterschauspiel maßgeblich begründeten. Alle Themen werden in dem Museum genau erläutert, weiter gibt es einen Leseraum mit detaillierten Aufzeichnungen zu diesen und weiteren, regionalen Themen.

Artikel 1 von 11