Aschau – „Der Geigelstein ist mehr als eine Visitenkarte unserer beiden Dörfer“, so die Bürgermeister der beiden Bergsteigerdörfer Schleching und Sachrang, Josef Loferer und Simon Frank: „Zwei starke Dorfgemeinschaften haben ein gemeinsames Ziel. Gemeinsam werden wir auch das nächste Kapitel schreiben und die Natur am Chiemgauer Blumenberg als unsere Lebensgrundlage schützen.“
Seit 30 Jahren besteht das Naturschutzgebiet Geigelstein (NSG). „Das Jubiläum ist ein guter Anlass den wirksamen Schutz dieses Gebietes auch den nachwachsenden Generationen als Aufgabe zu vermitteln“, ergänzt der ehemalige Landtagspräsident Alois Glück, der sich bei der Einrichtung des Naturschutzgebietes große Verdienste erworben hat.
Bebilderte
Jubiläumsschrift
Die Tourist-Info Aschau hat zum 30-jährigen Bestehen des Naturschutzgebietes eine bebilderte Jubiläumsschrift herausgegeben, in der alles Wissenswerte zum Berg, zum Naturschutzgebiet und zu den Menschen, die dort wohnen und arbeiten zusammengetragen wurde. Der Leiter der Tourist-Info Aschau, Herbert Reiter, stellte sie zusammen und wählte die eindrucksvollen Bilder aus. Herausgekommen ist ein Büchlein mit über 70 Seiten. Es gibt Auskunft über die Tier- und Pflanzenwelt des Geigelsteins, über die Geologie und die Hydrologie. Große Panoramabilder der Gipfelwelt rund um den Berggipfel erleichtern es Wanderern, die Gipfel der Umgebung zu identifizieren.
Verhaltensregeln für den Umgang mit dem Almvieh sind ein ebenso wichtiger Bestandteil des Büchleins, wie das Kapitel für ein freudiges und freundliches Miteinander, in dem grundlegende Regeln für Bergwanderungen und den Besuch des Blumenberges aufgeführt werden. Thema ist auch die Geschichte des Berges und die Schaffung des Naturschutzgebietes. Ausgesuchte Autoren, die an den damaligen Entscheidungen beteiligt waren, kommen genauso zu Wort, wie die Einwohner der beiden Bergsteigerdörfer, denen das Vorhaben, ein Naturschutzgebiet am Geigelstein einzurichten, zunächst eher suspekt war. Zu groß waren die Vorbehalte, sah man doch umfassende Beschränkungen der Landwirtschaft und der künftigen Erwerbsmöglichkeiten vorher.
Die Bergbauern im Priental und im Achental haben sich mittlerweile mit dem Naturschutzgebiet Geigelstein arrangiert und sehen mehr Vorteile als Nachteile in der Einrichtung. Lediglich die mangelhaften Möglichkeiten der Erschließung mancher Hütten durch ausgebaute Straßen und Wege und die Rückkehr der großen Beutegreifer wie Wolf und Bär als Gefährdung des Almbetriebes werden angeführt. Bergbauer Wast Pertl aus Innerwald fasst seine 30-jährige Erfahrung so zusammen: „Artenvielfalt und Landwirtschaft schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Eine intakte Almwirtschaft ist sogar die Voraussetzung für die besondere Artenvielfalt auf unseren Almen und gerade in unserem Naturschutzgebiet am Geigelstein. Als Bergbauer trage ich durch die Offenhaltung der Almflächen im Naturschutzgebiet zum Erhalt der Kulturflächen bei.“
Das Büchlein „30 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein 2021“ ist erhältlich bei den Tourist-Informationen in Aschau-Sachrang und Schleching.