Notstromversorgung für den Katastrophenfall steht

von Redaktion

Marktgemeinderat Bad Endorf stimmt über die verschiedenen Varianten eines Aggregats ab

Bad Endorf – Auf eine Notstromversorgung für den Katastrophenfall verständigte sich der Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Endorf mit zwei Gegenstimmen in seiner jüngsten Sitzung.

Schon in der Januar-Sitzung wurden dem Rat vom Ingenieurbüro KESS GmbH drei Varianten einer Notstromversorgung vorgestellt. Hintergrund der Informationsveranstaltung war, dass das jetzige Notstromaggregat der Feuerwehr mit seiner Nennleistung nicht mehr ausreicht, um den Verbrauch bei einem mehrtägigen Stromausfall zu decken. Zur Wahl standen eine 100000-Euro-Variante für ein 60-Kilowatt-Aggregat, das Feuerwehrhaus und Heizcontainer versorgt, oder ein knapp 160000 Euro teures 100-Kilowatt-Aggregat, das Feuerwehr, Heizcontainer und Turnhalle versorgt. Durch diese Variante sei nicht nur das Feuerwehrhaus warm und hell, sondern auch die Turnhalle, falls dort Menschen im Katastrophenfall untergebracht werden müssten. Die teuerste Lösung mit knapp 190000 Euro beinhaltete ein 130-Kilowatt-Aggregat, das neben Feuerwehr, Heizcontainer und Turnhalle auch das BRK-Heim mit Wärme und Strom versorgen könnte. Maren Weigand (ÜWG) hatte daraufhin einen Alternativvorschlag auf Basis eines Blockheizkraftwerks (BHKW) angeregt.

In der jüngsten Sitzung erklärte Stefan Schubert von KESS den Gemeinderäten nun die Möglichkeiten der verschiedenen Notstromaggregat-Varianten. Schubert zufolge muss man bei einer Kombination einer Pelletsheizanlage mit einer Notstromversorgung erstens die Emissionsgrenzen und zweitens die Randbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb beachten. Die Firma Burkhardt im fränkischen Bayern habe, so Schubert, zwar diesbezüglich einen guten Standard erreicht, aber bisher keine Anlage realisieren können, weil die Randbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht gegeben waren. Auch die zwei Anlagen mit 165 Kilowatt im Biomassehof Achental in Grassau, die schon einige Jahre in Betrieb sind, hätten andere Randbedingungen.

In Grassau gebe es, so Schubert, außerdem ein großes Fernheizwerk, das „wesentlich größer als das Biomasseheizwerk Bad Endorf“ sei. Dort sei also der Grundlastwärme- und Strombedarf immer gegeben. Wenn man dies nun mit der Situation in Endorf vergleiche, stelle man fest, dass die Idee einer gekoppelten Pelletsheizanlage mit Stromversorgung prinzipiell gut, aber aufgrund der Randbedingungen am Schulzentrum nicht realisierbar sei. Er empfehle deshalb, diese Variante nicht weiter zu untersuchen. Bürgermeister Alois Loferer (CSU) fügte hinzu, dass die Notstromversorgung der Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes „keine ureigene Aufgabe der Gemeinde“ sei. Bei einer Übernahme dieser Leistung sollte eine entsprechende Kostenteilung vereinbart werden.

Nach kurzer Debatte verständigte sich der Marktgemeinderat Bad Endorf auf die Variante Notstromanlage für Feuerwehr, Heizcontainer und Breitensporthalle. Diese soll dahingehend ergänzt werden, dass man dem BRK eine Mitbeteiligung anbieten wolle. Mit zwei Gegenstimmen wurde diese Variante schließlich angenommen.elk

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