Der Blockabfertigung gezielt ein Ende setzen

von Redaktion

Bürgerforum Inntal meldet sich mit Fünf-Punkte-Plan zu Wort –Gemeinsames Handeln erforderlich

Brannenburg – Eine Beseitigung der Verkehrsprobleme im Inntal und der Region Rosenheim kann nur gemeinsam, also zusammen mit allen betroffenen Gemeinden, dem Landkreis Rosenheim, dem Land Bayern, dem Bundesverkehrsministerium und dem Land Österreich/Tirol erreicht werden, so Vertreter des Bürgerforums Inntal in einer Pressemitteilung.

Die erste Zielsetzung müsse es sein, heißt es darin, so schnell wie möglich mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Dazu brauche es zur Blockabfertigung weder ein drittes und viertes Gleis als Hochleistungsstrecke noch einen fertiggestellten Brennerbasistunnel. Aktuell würden auf der Bestandsstrecke Rosenheim – Kufstein 160 bis 180 Züge täglich verkehren.

Die derzeitige Kapazität bei guter Betriebsqualität läge bei 284 Zügen, mit ECTS-Signaltechnik seien bis zu 392 Züge möglich.

Als Quelle werden die Vieregg & Rössler-Studien 2019 und 2022 genannt. Um jährlich 400000 Lkw zusätzlich auf die Schiene zu bekommen, seien selbst bei kurzen Zügen maximal 32 Züge pro Tag mehr notwendig.

Damit eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erreicht wird, sind laut Bürgerforum Inntal erforderlich:

• die Einführung einer grenzübergreifenden Korridor-Maut

• die Abschaffung des Dieselprivilegs in Österreich

• die Einführung eines grenzübergreifenden Lkw-Dosierungssystems

• der Ausbau und eine bessere Anbindung der DB-Güterterminals München-Riem und Regensburg. Große Teile dieser Maßnahmen seien im Transitgipfel am 25.Juli 2019 zwischen Österreich/Tirol und Deutschland/Bayern vereinbart worden

• die Entwicklung und Realisierung einer Alpentransitbörse. Um dem Umwege- und Ausweichverkehr von der A8 und A93, der sowohl bei Blockabfertigung als auch bei starkem Reiseverkehr entsteht, zu begegnen, sei ein gemeinsames Vorgehen aller betroffenen Gemeinden erforderlich.

Die von Nußdorf und Neubeuern in Auftrag gegebenen Gutachten sollten daher erweitert werden.

Weiterhin sei die Errichtung von frequenzgesteuerten Ampelanlagen an autobahnnahen Verkehrsknoten zu prüfen, um den Ausweichverkehr in den Gemeinden drastisch zu reduzieren.

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