Großkarolinenfeld – Die Karolinenstraße soll ausgebaut werden. Zwar ist noch offen, wie das im Detail aussehen soll. Doch irgendwie muss man ja anfangen. Deswegen fasste der Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss.
Straßenzustand wird
immer schlechter
„Da sich der Zustand der Straße in den letzten Jahren erheblich verschlechtert hat, soll der Ausbau der Straße jetzt geplant und im Jahr 2023 ausgeführt werden“, lautete der Beschluss, der einstimmig gefasst wurde. Damit wolle man das Vorhaben „anschieben“, wie Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) erklärte. Außerdem könne man dann beginnen, mögliche Fördertöpfe zu erschließen.
Als ungefähre Vorgaben schlug die Verwaltung Folgendes vor: Da es sich bei der Karolinenstraße um eine Hauptverkehrsachse handelt, soll die Fahrbreite mit mindestens sechs Metern vorgesehen werden. Aktuell hat die Fahrbahn 6,50 Meter. Der halbe Meter soll dem Gehweg auf der Westseite zugerechnet werden, der damit von 1,50 Meter auf zwei Meter verbreitert wird. Der Gehweg auf der Ostseite bleibt bei 1,50 Metern.
Warum der westliche Gehweg verbreitert werden soll, erklärte der Bürgermeister so: „Die Schulkinder bis zwölf Jahre dürfen ja auf dem Gehweg Rad fahren, zusätzlich haben wir dort die Fußgänger.“ Der westliche Gehweg werde auch deshalb vermehrt genutzt, da es dort weniger Querstraßen gibt. Einige Stellen müsse man sich in der Detailplanung noch genauer ansehen, erklärte Fessler. Etwa die Einmündung der Marienberger Straße, wo sich die Frage nach einer Fahrbahnüberquerungshilfe stellt.
Das Grundkonzept sowie der Verringerung der Straßenbreite auf sechs Meter begrüßten die Gemeinderäte. Weniger dürfe es nicht sein, damit ein Begegnungsverkehr auch mit Bussen oder landwirtschaftlichen Maschinen noch möglich sei. Die Reduzierung – auch in Kombination mit den parkenden Autos an der Straße – sorge vielleicht für eine geringere Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer.
Einige Gemeinderatsmitglieder wünschten sich allerdings einen Radweg. Tae Su Yoon (CSU) brachte einen aufgemalten Radweg auf der Straße ins Spiel. Doch auf welcher Seite sollte der sein und wo sollten dann die Autos parken, kamen direkt die Einwände. Fessler meinte, dafür bräuchte man eine größere Straßenbreite. Manfred Raig (PLW) fragte, ob sich bei einem Parkverbot in der Straße ein Radweg ermöglichen ließe. „Das würde nur gehen, wenn die Autos ganz grundsätzlich auf den Radwegen fahren würden“, entgegnete Fessler. Zudem brauche es eine gute Begründung, wenn man ein durchgehendes Parkverbot verordnen wolle. Josef Lausch (FW-GBV) meinte, dass die parkenden Autos auch zur Temporeduzierung beitragen würden.
Schwierigkeiten im
Begegnungsverkehr
Bauamtsleiter Markus Czaja brachte auf den Punkt: „Wir glauben, dass der östliche Gehweg auch wichtig ist.“ Wenn beide Gehwege beibehalten werden sollen, ließe sich ein Radweg nur zulasten der Fahrbahn realisieren. Und bei einer Fahrbahn von 5,50 Metern Breite werde es mit dem Begegnungsverkehr schon schwierig. Das leuchtete den Gemeinderatsmitgliedern ein. Sie stimmten einstimmig für das Vorhaben. Bürgermeister Fessler erklärte, dass man die Maßnahme 2023 durchführen wolle. Die Kosten trage die Gemeinde, insofern sie sich nicht über Zuschüsse gegenfinanzieren lassen.