Herbstliche Klangimpressionen

von Redaktion

Zwei beeindruckende Konzerte der Musikkapelle Samerberg in der Samerberger Halle

Samerberg – Zwei Abende, ein Motto und ein Orchester in Bestform: Mit ihren diesjährigen Herbstkonzerten präsentierte die Musikkapelle Samerberg unter der Leitung von Benedikt Paul ein vielseitiges und hochklassiges Programm, das die gesamte Bandbreite der Blasmusik ausschöpfte und das Publikum an beiden Abenden voll überzeugte.

Rund 60 Musikanten füllten die Samerberger Halle mit einem farbenreichen, dynamisch ausgefeilten und technisch bemerkenswert sauberen Klangbild. Das diesjährige Motto „Herbstliche Klangimpressionen“ prägte das Programm von Anfang an – mal festlich, mal lyrisch, mal kraftvoll, mal verspielt.

Starke erste
Programmhälfte

Eröffnet wurde das Konzert mit der monumentalen „Olympic Fanfare and Theme“ von John Williams. Die Musikkapelle setzte die Strahlkraft und Energie dieser Komposition präzise um – ein kraftvolles musikalisches Bild für Aufbruch, Konzentration und Teamgeist. Es folgte die vielfarbige „Appalachian Overture“ von James Barnes, ein Werk, das die Musikkapelle bereits im April bei den Wertungsspielen mit 93 Punkten ausgezeichnet darbot. Die Musiker überzeugten erneut mit klarer Linienführung, sauberer Intonation und eindrucksvollen dynamischen Kontrasten. Mit dem Konzertwalzer „Herbstweisen“ von Émile Waldteufel tauchte das Orchester anschließend tief in die Stimmung des Spätherbstes ein – warm, getragen, melancholisch. Einen modernen Gegenpol setzte „Arcus – A Daydream“ von Thiemo Kraas. Das Stück, das die Fantasiereise eines Buben über den Regenbogen beschreibt, vereint romantische Klangmalerei mit Jazz- und Funk-Elementen. Die Kapelle meisterte diese stilistische Vielfalt mit bemerkenswerter Souveränität.

Im Anschluss würdigte der Musikbund Ober- und Niederbayern verdiente Mitglieder und junge, erfolgreiche Musikerinnen. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Musikbundes Inn-Chiemgau, Martin Grick, überreichte die goldene Verdienstmedaille für 20 Jahre Funktionärstätigkeit an Martina Köpke und Bernadette Lager. Leistungsabzeichen erhielten Katharina Leitner (D1 Bronze und D2 Silber), Katharina Hochhäuser (D2 Silber) und Amelie Sattelberger (D2 Silber).

Zudem übergab Bürgermeister Georg Huber eine großzügige Unterstützung der Paula-Schamberger-Stiftung zugunsten der Jugendförderung.

Mit der heiteren Strauss-Polka „Im Krapfenwaldl“, inklusive überraschender Kuckucksrufe von Jakob Spöck, verabschiedete sich die Kapelle in die Pause.

Der zweite Programmteil begann traditionell mit dem Marsch „Hoch Heidecksburg“, gefolgt von der Egerländer-Polka „Im Wäldchen“ – sauber phrasiert, melodisch rund und getragen vom typischen, warmen Klangbild dieser Stilrichtung.

Ein besonderer Gänsehautmoment folgte mit „Autumn Leaves“: Leonhard Huber überzeugte als Solist an der Trompete mit einer warmen, klaren Tongebung und großem musikalischem Feingefühl. Sein Vortrag war reif, ausdrucksstark und zog die gesamte Halle in einen stillen, intensiven Moment.

Mit „Ein Leben lang“ von den Fäaschtbänklern zeigte die Kapelle anschließend ihre Flexibilität – vom Oberkrainer-Klangbild bis hin zu einem kraftvollen, mehrstimmigen Chorsatz, bei dem fast alle Musikerinnen und Musiker ihre Instrumente niederlegten und gemeinsam sangen. Ein besonderer Dank galt Quirin Kaiser, dessen signierte Harmonika (Roman von den Fäaschtbänklern) versteigert wurde – der Erlös floss vollständig in die Jugendarbeit der Kapelle.

Energiegeladener
Abschluss

Den offiziellen Abschluss bildete die energiegeladene Filmmusik „Gonna Fly Now“ aus Rocky – eine Hymne auf Entschlossenheit und Durchhaltevermögen, die die Musikkapelle mit beeindruckender Intensität darbot.

Mit den Zugaben „Ewig Blasmusik“ (Walter Grechenig) und „Dankeschön“ (Fäaschtbänkler) verabschiedeten sich die Musikanten auf besonders herzliche Weise von ihrem Publikum – zwei Abende, die eindrucksvoll zeigten, welches musikalische Niveau und wie viel Engagement in der Musikkapelle Samerberg stecken.

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