Aschau – „So eine schöne Überraschung.“ Klaus-Peter Schüler erblickte am 8. Mai 1945 im Aschauer Krankenhaus (heute steht dort das Seniorenwohnheim, Anm. der Red.) das Licht der Welt: „Ein echtes Friedenskind“, dessen Familie es in den Wirren des Krieges aus Berlin nach Aschau, genau genommen zum Ziagler, der Familie Kink am Fellerer, verschlagen hatte. Seine Mutter erzählte ihm, berichtet Schüler, dass ein weißes Bettlaken zur Begrüßung der Amerikaner am Balkon wehte, als sie sich morgens in die Klinik zu Fuß aufmachte, und dass er abends um 20.30 Uhr das Licht der Welt erblickte.
Zwei Jahre später ging es für die Familie weiter nach Franken, wo sich Schüler schließlich als Anwalt niederließ.
Erst in späten Jahren, im Ruhestand, zog es ihn wieder nach Aschau. Seine Frau Heide schenkte ihm nämlich anlässlich eines runden Geburtstages einen Gutschein für die Residenz Heinz Winkler. Freunde ließen sich in Schaffelbach nieder. Kurzum, einem Kurzbesuch im Geburtsort stand nichts im Wege.
Einmal dort, war es um die beiden geschehen. Seit 2017 zieht es sie immer wieder her. Mehrmals im Jahr, und das nicht nur für ein paar wenige Tage, sondern gleich für zwei, drei Wochen sind sie seitdem Gäste bei Gisela Obermaier. Dass Dackel Toni bei der Vermieterin gern gesehen ist, versteht sich.
Den Nürnberger verbindet viel mit der Aschauerin. Denn sowohl Klaus („eigentlich Claus, aber das wollte der Standesbeamte nicht“) Schüler als auch Gisela Obermaier sind Aschauer Kinder: Sie kamen im gleichen Krankenhaus bei der gleichen Hebamme zur Welt. Gisela Obermaier neckt ihren Gast: „Ich war aber fünf Jahre früher als du auf der Welt.“ Zufälle gibt es, die glaubt man kaum.
Mittlerweile waren die Schülers über 25-mal in Aschau, um hier ihren Urlaub zu verbringen. Nun, zum 26. Besuch, gab es ein besonderes Fest. Das Geburtstagskind, das Aschauer Kindl und den „Wiederholungs-Urlauber“, ehrte Herbert Reiter, Leiter der Tourist-Info, mit einem Präsent und Ehefrau Heide bekam einen Blumenstrauß überreicht.
Als besondere Überraschung gab es noch Blasmusik: Andi Wörndl und Erich Gawlik lockten mit wunderbaren Weisen den Jubilar überhaupt aus dem Haus. Er habe von nichts gewusst, betonte Schüler. Nur seine Frau war eingeweiht. Er sei zutiefst gerührt, bedankte sich Klaus Schüler. Auch beim anschließenden Weißwurstfrühstück drehte sich das Gespräch um die vielen Zufälle im Leben, aber auch Erinnerungen an das frühere Aschau und an die vielen Begegnungen bis heute wurden ausgetauscht. elk