Der Pruttinger Weg

von Redaktion

Der neue Gemeinderat in Prutting ist so jung wie die Bevölkerung und hat eine hohe Frauenquote. Bürgermeister Johannes Thusbaß erklärt den „Pruttinger Weg“ und warum die Zahl 43 für die Gemeinde eine besondere Rolle spielt.

Prutting – „Zweiundvierzig.“ Das ist ja bekanntlich die Antwort auf alle Welträtsel, zumindest wenn es nach dem Science-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ geht. Weil in Prutting aber stets alles ein bisschen anders ist, ist es dort nicht die 42, sondern die 43, wie bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates von Bürgermeister Johannes Thusbaß zu erfahren war. Der gab nämlich bei seiner Rede bekannt, dass das Durchschnittsalter des neuen Gemeinderates bei gut 43 Jahren liegt und dieser damit genauso alt ist wie der Durchschnitt der Pruttinger Bevölkerung – eben 43. Mehr noch: Bei 43 Prozent liegt auch der Frauenanteil im Gemeinderat.

Ganz ohne Galaxis und ganz irdisch lässt sich damit sagen: Der neue Pruttinger Gemeinderat ist jung und er ist sehr weiblich – zumindest, wenn man sich die durchschnittliche Frauenquote über den Landkreis hinweg anschaut: Die liegt bei gerade einmal 25 Prozent. In Prutting sind zudem auch die Stellvertreter des Ersten Bürgermeisters Frauen: Agnes Bucher als Zweite Bürgermeisterin und Barbara Stein als Dritte.

Die Strategieabteilung
der Gemeinde

Diese junge und weibliche Zusammensetzung ist ein großes Plus für den Gemeinderat in dieser Legislaturperiode, denn den Rat sieht Johannes Thusbaß, wie er sagte, nicht mehr und nicht weniger als „die Strategieabteilung der Gemeinde.“ Der Gemeinderat sei das Gremium, so Johannes Thusbaß, in dem man sich darum bemühe, bestmögliche Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen der gemeindlichen Zukunft zu finden.

Dabei geht es nicht nur um die wirtschaftliche Zukunft, um den Erhalt der Infrastruktur, sondern auch darum, dass die Umbrüche, die der soziale Wandel in der heutigen Welt bis in jede Familie hineinträgt, möglichst gut bewältigt werden können. Oder anders formuliert: Es geht darum, Prutting so zu verändern, dass es sich am Ende gleich bleiben kann, als ein Ort, den man als Heimat im besten Sinne empfindet.

Erfolgsfaktoren: Mut
und Gemeinsinn

Damit das gelingt, sei, so Johannes Thusbaß, zweierlei nötig: Erstens der Mut, den es braucht, um Weichen zu stellen und dabei bisweilen auch ganz neue Wege zu gehen. Und zweitens das ständige Bewusstsein, dass in den Gemeinderat nicht Parteien gewählt seien, sondern einzelne Bürger mit der Aufgabe, sich nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl aller anderen einzusetzen.

Sei dieser zweite Punkt gegeben, werde sich auch der erste, der eines gemeinsamen Mutes, leichter einstellen: Weil alle etwaigen Meinungsunterschiede, die es nicht nur gäbe, sondern geradezu geben müsse und solle, letztendlich in Beschlüsse mündeten, die von allen getragen werden könnten, da sie auf einer fair und verantwortungsvoll diskutierten Sachebene fußten. Unter diesen Voraussetzungen sei auch der Kernverantwortung eines Gemeinderates gerecht zu werden: dem Vertrauen, das die Bürger durch ihre Wahl in ihn gesetzt hätten, mit Ehrlichkeit und Verbindlichkeit zu begegnen.

Der Pruttinger Weg
der Zusammenarbeit

In der Gemeinde setzt man deshalb auch in dieser Legislaturperiode auf das, was man als „den Pruttinger Weg der Zusammenarbeit“ bezeichnen könnte. Den beschrieb Johannes Thusbaß so: „Es gibt keine Fraktionsarbeit, sondern ausschließlich die Arbeit an Sachthemen mit dem gesamten Gemeinderat. Alle erhalten die gleichen Informationen. Die Meinungsbildung erfolgt gemeinsam, ohne Vorbesprechungen innerhalb der Gruppierungen des Gemeinderates.“

Und so war es auch kein Zufall, dass die erste, die konstituierende Gemeinderatssitzung nicht wie sonst üblich im Sitzungssaal in der Grundschule stattfand, sondern im Dorfstadel, jenem Ort, der, wie Johannes Thusbaß es formulierte, „aus der Mitte unserer Gemeinschaft heraus entstanden ist als Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung von vier Vereinen und vieler engagierter Bürger.“

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